Sterben

Die Menschen werden total entmündigt

Wolfgang Wenz (Lörrach)

Von Wolfgang Wenz (Lörrach)

Mo, 18. März 2019

Leserbriefe

Zu: "Unwürdig und unmenschlich", Interview von Bernhard Walker mit Katrin Helling-Plahr (Politik, 1. März)

Wir müssen Frau Helling-Plahr außerordentlich dankbar sein, dass sie dieses Problemfeld des selbstbestimmten Sterbens in Würde mit aller Intensität aufgreifen und im Bundestag erneut zur Behandlung bringen will. Es ist schon schlimm, sehen zu müssen, in welch frivoler Weise den Menschen ein selbstbestimmtes Sterben in Würde verweigert wird. Kein Arzt darf ein Mittel verschreiben. Menschen werden total entmündigt. Auch Patientenverfügungen helfen da wenig.

Ein Sterben in Würde geht uns alle an, auch junge Menschen, die sich jetzt noch keine Gedanken über das Sterben machen. Alle müssen sterben, und niemand ist gegen ein leidvolles Siechtum gefeit. Es gilt, für diese außerordentlich wichtige Lebenssituation eine Abhilfe und bessere Hilfestellung zu schaffen und uns Menschen aus dem Joch einer unmenschlichen gesetzgeberischen Vorgabe zu befreien. Welch unglaublichen Belastungen werden wir in Deutschland durch diese fatale Gesetzgebung ausgesetzt? Sie ist für uns Menschen unwürdig, weil sie uns in schwieriger Lebenssituation in hilflosen Ängsten völlig allein lässt. Auch palliative Einrichtungen helfen da wenig.

Hoffentlich gelingt es Frau Helling-Plahr, einen Aufbruch zu initiieren, am besten sogar ein Volksbegehren. In meinem Alter bleibt mir mangels Umgang mit modernen Medien nur der Leserbrief. Vielleicht können andere diese Medien nutzen, denn alle sind gebeten und aufgefordert, Frau Helling-Plahr nach Kräften zu unterstützen. Wolfgang Wenz, Lörrach