Leserbriefe

Michael Varga (Eisenbach )

Von Michael Varga (Eisenbach )

Di, 28. April 2020

Leserbriefe Hochschwarzwald

NEIN ZU TEMPO 30
Wann endlich ein Verkehrskonzept?
zu: "Tempo 30 kommt nicht", BZ vom 24. April, Seite 18:
Mit der Ablehnung des Gemeinderats zur Einführung von Tempo 30 an einem einzigen Haus zeigen sich einmal mehr der stark ausgeprägte Lobbyismus der Gemeinderäte und die mangelnde Wahrnehmung der Realität, es hat den Anschein, dass man der Entwicklung weit hinter her hinkt und Augen und Ohren verschließt.

Es gibt nahezu keine Ortschaft oder Kommune im Hochschwarzwald mehr, die nicht Maßnahmen gegen Raserei und Lärm unternommen hat. Vielerorts Tempo 30 oder wenigstens auf 40 Stundenkilometer reduziert, sogar Tempo 30 auf der Bundesstraße B31 in Falkensteig.

Lärm macht krank. Das ist wissenschaftlich erweisen. In Eisenbach hat man das wohl noch nicht erkannt. In allen Ortsteilen wird teilweise regelrecht gerast. An den Ortsaus- und -einfahrten wie zum Beispiel beim Landmarkt, dem 300- Meter-Abschnitt zwischen den Ortschildern Eisenbach und Oberbränd, in Bubenbach oder Schollach. Hält man sich an die innerorts vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern, wird man bedrängt und überholt. 70 Stundenkilometer sind an der Tagesordnung, teilweise auch mehr. Dazu kommt noch der Lärm, der durch die Beschleunigung erzeugt wird. Von Motorradfahrern sei hier noch gar nichts erwähnt. Und da sollen sich die Bürger noch sicher fühlen?

In Eisenbach gibt man lieber Millionen für die Erschließung von Industriegebieten aus, rodet Wälder, nur damit einige Industrielle sich ansiedeln können. Durch Rütte II wird der Verkehr noch mehr zunehmen, mehr Lärm, mehr Raserei, mehr Gestank. Wie war das nochmal mit dem Luftkurort Eisenbach, fragt man sich?

Das Verhalten der Verantwortlichen der Gemeinde, die ihre Entscheidungen im Sinne der Bürger treffen sollten ist weder nachhaltig noch nachvollziehbar. Wann endlich erstellt man zur Problematik ein Verkehrskonzept? Anstatt sich der Bürger und ihren Fragen, Problemen und Anregungen anzunehmen, versteift man sich auf Wirtschaft und Industrie. Ist das die Bürgernähe der Gemeinde?
Michael Varga, Eisenbach