Leserbriefe

Christoph Kessler (Freiburg )

Von Christoph Kessler (Freiburg )

Di, 10. September 2019

Leserbriefe Breisgau

ÖPNV-TARIFE
"Jeweils andere Punktekarten zulegen"
Zu "Eine kleine Weltreise durch den Tarifdschungel des Nahverkehrs" von Rolf Müller in der BZ vom 3. September:

In dem Artikel über den Tarifdschungel bei Fahrten über Verbundgrenzen hinweg ist manches ungenau. Erstens: Die Schienenstrecke von Auggen nach Efringen-Kirchen ist 18,5 Kilometer lang; in Bahn-Arithmetik sind das 19 Tarifkilometer. Jedoch kommt seit der Einführung des BW-Tarifs für Auggen der Knoten Müllheim zur Anwendung, das macht dann 20 Tarif-Kilometer zu 4,80 Euro. Zweitens: Das Anschlussticket ist mit zwölf Euro deshalb so teuer, weil es in allen fünf Nachbarverbünden gilt. Das ist leider nicht realitätsnah, da man selten eine derartige Rundfahrt macht. Drittens: Wenn man wie auch immer einen Einzelfahrschein des RVL für die Zone 4 (Efringen) erwirbt, gilt dieser im Zug erst ab dem ersten Halt im RVL, also ab Schliengen. Der Abschnitt Auggen-Schliengen fehlt – der Berichterstatter hatte Glück, dass auf seiner Rückfahrt nicht genau dort der Kontrolleur kam. Generell gelten bis/ab Verbundgrenze (auch mit TGO) zwar Dauerkarten und Punktekarten, aber weder Einzelkarten noch zum Beispiel Regio24.

Gelegenheitsfahrer zwischen RVF und RVL sollten sich die jeweils andere Punktekarte zulegen und vor der Fahrt entwerten – zum Glück sind die Geräte kompatibel. Im Beispiel nach Efringen sind das drei Punkte im RVL, also 2,10 Euro, übrigens nach Basel SBB auch nur fünf Punkte, also unschlagbare 3,50 Euro (DB-Nahverkehr: 13,10 Euro). Für die Tarifgestalter bleibt damit ein simpler Auftrag. Einerseits wären an den Verbundgrenzen Tarifpunkte zu schaffen, die auch als Start und Ziel von Fahrausweisen dienen können. Andererseits sollten die relevanten Fahrausweise der Nachbarverbünde einfach erhältlich sein. Zum Beispiel könnte der VAG-Pluspunkt die Punktekarte des RVL verkaufen. Christoph Kessler, Freiburg

"Ein Fahrradticket bietet der RVF nicht an"
Zum regionalen "Tarifdschungel" kann ich eine eigene Erfahrung beisteuern: Auf eine Fahrt mit der Höllentalbahn nach Titisee und zurück habe ich mein Fahrrad mitgenommen. Für mich habe ich ein Einzelticket der Tarifstufe 3 für 5,70 Euro erworben und für das Fahrrad die am selben Automaten angebotene, bundesweit gültige Fahrradtageskarte für 5,50 Euro.

Vom Kontrolleur im Zug wurde ich – zum Glück ohne Sanktionen – darauf hingewiesen, dass mein Fahrradticket im RVF nicht gelte. Wie ich nach einer längeren Internet- und Telefonrecherche herausfand, hatte er Recht: Die Fahrradkarte gilt nur im "ausbrechenden" Verkehr, also wenn man über die Verbundgrenze des RVF hinausfährt. Innerhalb des Verbunds muss man auch fürs Fahrrad für jede Fahrt ein volles Ticket für 5,70 Euro kaufen, denn ein günstigeres Fahrradticket bietet der RVF nicht an. Für die 11,40 Euro hin und zurück könnte man sich auch vor Ort ein Fahrrad mieten – oder man packt sein Velo gleich ins Auto. Vielen Dank für dieses kundenfreundliche Angebot, RVF!Reinhard Huschke, Freiburg

"Preiswerter als die Anschlusskarte"
Ich besitze eine Regiokarte und fahre öfter in die Nachbarverbünde. In den Verbund Lörrach RVL fahre ich mit der RVL-Punktekarte, 20 Punkte kosten 14 Euro. Diese kann man beim SBG-Schalter im Busbahnhof Freiburg kaufen. Drei Punkte gelten bis Efringen-Kirchen, fünf Punkte bis Basel. Die Punkte stemple ich vor dem Einstieg in den Zug am RVF-Automaten ab. Dadurch ist zusammen mit der Regiokarte ein verbundübergreifender Transport (ohne Zwischenhalt) möglich. Die Fahrt nach Efringen-Kirchen kostet 2,10 Euro, nach Basel 3,50 Euro. Die Fahrt in den Nachbarverbund Ortenau TGO, zum Beispiel nach Lahr oder Offenburg, ist gemäß dem oben genannten Vorgehen möglich. Entweder eine Punktekarte oder eine Tageskarte TGO kaufen, zum Beispiel, so glaube ich, bei Gleisnost am Hauptbahnhof in Freiburg. Eine Anschlusskarte für den Nachbarverbund Waldshut WTV, etwa für eine Fahrt vom Bahnhof Seebrugg nach St. Blasien, kauft man direkt beim Busfahrer. Hier greift sogar die Bahncard. Die einfache Fahrt kostet 1,90 Euro. Die Anschlusskarte in den Schwarzwald-Baar-Kreis (Verbund VSB), etwa nach Furtwangen, wird beim Busfahrer für 2,40 Euro erstanden. Für den Zug nach Döggingen oder Donaueschingen muss die Anschlussfahrkarte vor dem Einsteigen beim Fahrkartenautomaten oder -schalter im Hauptbahnhof gekauft werden. Die Fahrkarte ist ab Unadingen zu lösen. Auch diese Variante ist preiswerter als die Anschlusskarte Badisch 24 von zwölf Euro.Bernhard Grimm, Breisach