Leserbriefe

Ronald Krug

Von Ronald Krug (Betzenhausen)

Di, 28. Juli 2020

Leserbriefe Freiburg

OBERGRÜN
Der Beschluss ist eine Unverschämtheit
Zum Bericht "Jetzt wird es etwas mehr" zum Baugebiet Obergrün (BZ vom 3. Juli).

Der Beschluss, noch mehr, als den Anwohnern ursprünglich zugemutet, nämlich 43 Wohneinheiten auf die idyllische Grünfläche zu bauen, ohne die betroffenen Bürger zu informieren, ist eine Unverschämtheit. Hier haben die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung ihre Bürger nicht vertreten, sondern in den "Allerwertesten getreten". Die Bebauung im benachbarten Gewann Tränkematten-Süd (Else-Lasker-Schüler-Weg) ohne vernünftige Straßenanbindung vor gut zwei Jahren war schon umstritten. Jetzt wird uns auch noch die Fahrradroute in die Stadt erschwert und dem kühlenden Höllentaler Wind der Weg nach Betzenhausen abgeschnitten. Mit dem Bürgerentscheid, das Dietenbach-Areal großflächig zu bebauen, ist diese zusätzliche Bebauung absolut überflüssig. Ich werde diese Missetat jedenfalls bis zur nächsten Wahl nicht vergessen.Ronald Krug, Betzenhausen
Wunderschöner, wilder naturnaher Park
Die Wichtigkeit des Vereins "Bauernhoftiere für Stadtkinder", der im Obergrün heimisch ist, wird verkannt. Dieser Verein hat nicht nur für seine Mitglieder einen hohen Stellenwert, sondern auch für viele andere Bewohner, Spaziergänger, Erholungssuchende, die Kinder der nahe gelegenen Grundschule, des Kindergartens … Seit etwa zehn Jahren kümmert sich der Verein um das Gelände. Aus der ehemaligen "Hundekackwiese" ist ein wunderschöner, wilder naturnaher Park geworden. Das alles dank des Engagements und der Initiative von Kerstin und Cora Geigenbauer. Durch die anvisierte Bebauung werden die Flächen des Vereins massiv beschnitten. Gibt es einen Bestandsschutz für den Verein, der ihn vor Klagen der neuen Nachbarn schützt, die sich eventuell über Tiergerüche oder Geräusche beschweren? Der Verein wird ehrenamtlich getragen. Die Stadt hat kaum Kosten mit der Pflege des Obergrüns, es gibt einmal jährlich eine Müllsammelaktion, die Flächen werden durch Ziegen und Schafe offengehalten. Mittlerweile haben sich verschiedenste Arten hier angesiedelt, sogar zwei Neuntötervogelpaare brüten hier, die nächsten gibt es wohl im Naturschutzgebiet im Rieselfeld. Hier in Betzenhausen-Bischofslinde, wo auch viele Kinder aus bildungsfernen Schichten aufwachsen, ist es ein riesiges Geschenk, dass Kinder direkt vor Ort echten, lebensnahen Kontakt mit Natur und Tieren aufnehmen können.

Unfassbar auch, dass offenbar in der angrenzenden Lichtenbergstraße die einstöckigen Häuser laut gültigem Bebauungsplan nicht aufgestockt werden dürfen, eine Straße weiter aber im neuen Baugebiet Obergrün dreistöckige Reihenhäuschen geplant sind. Die umfangreichen Artenschutzmaßnahmen, die immer weitersteigenden Baukosten, etc., werden wohl dazu führen, dass die Reihenhäuser die 800 000-Euro-Grenze sprengen werden. Wollen wir wetten? Sicher gibt es immer noch Menschen, die sich das leisten können, Glückwunsch! Für die meisten Bewohner hier im Stadtteil wird das nichts sein. Nachdem hier im Westen bereits in Kleineschholz viel Grünfläche bebaut wird, wäre es für die Bürger schön, wenn noch Flächen übrig blieben und nicht alles dem Wohnbau geopfert wird. Gäbe es nicht noch irgendwo einen geeigneten Parkplatz, der bebaut werden könnte? Beispielsweise beim Eisstadion oder bei der nahen Telekom?

Melanie Bruder, Betzenhausen