Leserbriefe

Georg Weiser (Breisach )

Von Georg Weiser (Breisach )

Sa, 27. Juni 2020

Leserbriefe Breisgau

BREISACHER MARKTPLATZ
"Es halten sich viel mehr Menschen dort auf"
Zum Leserbrief zur Neugestaltung des Marktplatzes in Breisach in der Badischen Zeitung vom Donnerstag, 18. Juni, erreichte uns folgende Leserzuschrift:
Als ich Ihre Zeilen las, Herr Schäuble, musste ich mir heftig die Augen reiben. Sie verlangen allen Ernstes dem Stadtrat den Mut ab, alles, was den innerstädtischen Verkehr angeht, insbesondere den am Marktplatz, zurückzudrehen.

Mutig ist eine Maßnahme dann, wenn man sich mit Entscheidungen gegenüber einer starken Lobby durchsetzt und an das Allgemeinwohl denkt. Autofahrer und Geschäftsleute wünschen mehrheitlich scheinbar noch immer freie Fahrt durch die Innenstadt. Dies sind die Lobbygruppen, mit denen man sich auseinandersetzen muss.

Was die Umgestaltung des Marktplatzes gebracht hat, das kann man an schönen Tagen jetzt nach den Corona-Lockerungen beobachten. Auf einem inzwischen ordentlich möblierten Platz und einer gut ausgestatteten Umgebung, in der es tatsächlich immer noch an Grün und Schatten mangelt, halten sich deutlich mehr Menschen auf und verweilen als das vor der Umgestaltung der Fall war.

Die Gastronomie wird davon in normaleren Zeiten auch erheblich profitieren. Der Durchgangsverkehr Richtung Obi zum Beispiel hat wieder deutlich zugelegt, Tempo sieben hält so gut wie niemand ein und außerdem fahren immer wieder Fahrzeuge entgegen der Einbahnstraße in Richtung auf die Abbiegung Richtung Kupfertorstraße. Das gefährdet alle Verkehrsteilnehmer erheblich.

Mutig nun wäre es, diesen Irrsinn des Durchgangsverkehrs zu beenden. Die Geschäfte in der Innenstadt können sowohl von den Parkplätzen am Neutorplatz als auch von jenen an der Rheinuferstraße und der Wohleb-Straße angedient werden. Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt würde so, mit einer erweiterten Fußgängerzone, noch deutlich verbessert werden und das Klima in der Unterstadt positiv beeinflussen. Wenn solch ein Mut nicht aufzubringen ist, dann sollte die Stadt zumindest dafür sorgen, dass die geltenden Regeln auch eingehalten werden.Georg Weiser, Breisach



ÖKOLOGISCHE FLUTUNGEN
"Riesiger Zuchtbetrieb für Stechmücken"
Zum Artikel "Gemeinden wollen Klage einreichen" in der Badischen Zeitung vom Samstag, 20. Juni, erreichte uns folgende Leserzuschrift:
In Zeiten von Corona-Viren sind auch andere gefährliche, bösartige Viren im Gespräch. Diese werden häufig von Stechmücken verbreitet. Mit großem Personal- und Kostenaufwand wird versucht, die Gefahr einzuschränken.

Hierzu ist zu erwähnen, dass derzeit durch die "ökologischen Flutungen", die im Rahmen der Hochwasserrückhaltung am Oberrhein auf einer Fläche von 17 000 Hektar geplant sind, ungewollt ein riesiger "Stechmücken-Zuchtbetrieb" entsteht. Denn diese "ökologischen Flutungen" sollen mehrmals im Jahr flächendeckend durchgeführt werden. Nach jedem Abfluss werden tausende Pfützen zurückbleiben, die für Stechmücken ideale Eiablagen bieten.

Die Bekämpfung der gefährlichen Stechmücken wird sehr viel aufwändiger als bisher werden oder auch nicht mehr zu bewältigen sein.
Dabei wären die aufgezeigten Probleme ganz einfach zu verhindern, wenn man anstelle der "ökologischen Flutungen" die "ökologische Schlutenlösung" zulassen würde, die von allen Bürgerinitiativen und betroffenen Städten und Gemeinden am Oberrhein vehement gefordert wird.

Denn bei dieser Lösung gibt es nur fließendes Wasser und keine Pfützen, die den Stechmücken als Eiablage dienen.
Ein Umdenken bei den Planungsbehörden ist dringend notwendig.

Gerhard Schell, Breisach