Leserbriefe

Heidi Matt

Von Heidi Matt (Murg)

Sa, 07. März 2020

Murg

MOBILFUNK-ANTENNENTRÄGER
Zum Leben in Kellern verdammt
Zum Artikel vom 4. März "Mobilfunk-Antennenträger kann gebaut werden" schreibt Heidi Matt vom Verein Lebenswerter Hochrhein:
Vielen Dank für diesen Artikel, in dem Sie schildern, dass der Bauausschuss des Murger Gemeinderates dem Bau eines Mobilfunk-Antennenträgers in Hänner sein Einvernehmen erteilte. Wie Klaus Bossert (Grüne), der als einziger dagegen stimmte, richtig bemerkt hat, musste man bei der Abstimmung abwägen, ob man nach Gesetzeslage oder nach seinem Gewissen entscheiden wollte.

Wer eine Studie in Auftrag gibt und bezahlt, bestimmt meistens auch, welches Ergebnis erzielt wird. So gibt es massenhaft Studien der Mobilfunkindustrie, die "beweisen", dass Mobilfunk vollkommen unschädlich ist. Allerdings verdient diese Industrie Unsummen mit dieser Technik, so dass die Studien wohl ergebnisgesteuert sein dürften. Und die kommende 5-G-Technik verspricht der größte Deal aller Zeiten zu werden. Andererseits gibt es auch etwa 10 000 Studien von namhaften Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen (z. B. Physik, Medizin, Biologie) sowie von vielen Ärzten, die eindringlich vor den Folgen von Mobilfunk warnen, z. B. die Pall-Broschüre und den Internationalen Ärzteappell. Diese Wissenschaftler und Ärzte ernten keine Lorbeeren, sondern riskieren einen Karriereknick wenn nicht gar Verleumdung, Spott und Jobverlust, wenn sie ihre beängstigenden Studienergebnisse und Warnungen veröffentlichen. Wem ist wohl zu glauben? Unser Organismus wird zu einem großen Teil durch elektrische Impulse gesteuert. Die Mobilfunkindustrie funkt auf biologischen Frequenzen und überfrachtet damit unsere Zellen mit falschem Input, was zu verschiedensten Krankheiten führen kann. Leider betrifft das nicht nur die Menschen, sondern alle Lebewesen auf unserer Erde.

Die Grenzwerte wurden von ICNIRP (Internationale Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung) festgelegt, einem privaten Verein, der der Mobilfunkindustrie nahesteht und seine "Wissenschaftler" selbst auswählt, die allesamt behaupten, die Strahlung sei unterhalb der Grenzwerte ungefährlich. Meist haben sie vorher in der Mobilfunkindustrie gearbeitet. Nicht nur in Hänner gibt es elektrosensible Menschen. Sie sind zu einem Leben hinter Abschirmstoffen, im Keller oder in funkarmen Wäldern verdammt, gesellschaftliche Teilhabe ist ihnen kaum möglich. Wenn die Bundesregierung durchsetzt, dass es keine funkarmen Regionen mehr geben darf, sind sie total verloren.

Es ist also tatsächlich eine Frage des Gewissens. Wollen wir unser schönes Leben mit Smartphone, Streaming und bald auch Smarthome und autonomem Fahren etc. wirklich auf dem Leiden und manchmal sogar Sterben dieser Menschen aufbauen? Heidi Matt, Murg