Leserbriefe

Lutz Gallinowski

Von Lutz Gallinowski (Achdorf)

Di, 27. August 2019

Feldberg

ERSCHLAGENER AUERHAHN
Das macht wütend und traurig
Zum Auerhahn, der beim Laurentiusfest auf dem Feldberg von einem alkoholisierten Besucher erschlagen wurde (BZ vom 12. und 14. August) :
Der Auerhahn "Heini" (Feldberg), der Braunbär "Bruno" (Oberbayern) und der "böse Wolf" vom Schluchsee sind aus Mordlust erschlagen oder erschossen worden – mit der Begründung, in"angeblicher" Notwehr oder wegen einer Verhaltensstörung des Tieres legitim gehandelt zu haben.

Meine Begegnung mit einem Auerhahn, der sein Revier markierte, war am Feldberg im Januar 2018. Das Tier gab mir deutlich durch sein Verhalten zu verstehen, dass ich unerwünscht bin und mit einem Angriff rechnen muss. Da ich mich diskret zurückzog, war die Lage bereinigt.
Tiere in der Balz haben einen extrem hohen Testosteronspiegel und reagieren in dieser Zeit oft aggressiv, auch Muttertiere mit den Kleinen sind mit Vorsicht zu genießen.

Wie ein Beispiel aus Finnland zeigt, geht es auch anders: In einer vor kurzen ausgestrahlten Radiomeldung wurde in Tampere auf der Hauptstraße vor einem Braunbär mit zwei Jungen gewarnt, mit der Bitte, respektvollen Abstand zu halten – ganz ohne jegliche Aufgeregtheit oder Polizeieinsatz. Das zeigt, dass das Verhältnis Mensch und Tier dort eine ganz andere Dimension hat.

Es ist für mich unbegreiflich, wie ein Jäger einen so prachtvollen extrem seltenen, unter dem Bundesjagdschutzgesetz stehenden stolzen Hühnervogel erschlagen konnte. Nicht die Tiere sind verhaltensgestört sondern solche Menschen. Das macht mich wütend und traurig.
Lutz Gallinowski, Achdorf