Leserbriefe

Michael Rösch

Von Michael Rösch (Waldkirch)

Sa, 27. Juni 2020

Leserbriefe Emmendingen

WASSERENTNAHME
Ein Gesamtkonzept ist gefragt
Zum Bericht "Emmendingen soll klimafit werden" (BZ vom 5. Juni).
Die Große Kreisstadt Emmendingen will nun, dass "ein entsprechendes Gesamtkonzept bei allen kommunalen Entscheidungen ihren Niederschlag findet." Daneben ist das Bild eines Baumes bei Kollmarsreute mit der angebrachten Bitte: "Lass mich nicht vertrocknen, tu was gegen Klimawandel".

Gleichzeitig beantragt der Beregnungsverband Buchholz Denzlingen eine Genehmigung zur Erhöhung der Wasserentnahme aus Oberflächenwasser und Grundwasser. (siehe BZ vom 11. März "Über 200 Liter für ein Kilo Erdbeeren" und "Entnahmeverbot von Wasser" vom 7. Mai). Nach meiner Meinung darf man diesen Antrag nicht separat und unabhängig von allen anderen Klimathemen behandeln, sondern nur in einem Gesamtkonzept des Landkreises.

Jedes Jahr kann man feststellen, dass genau in der trockenen Zeit im Hochsommer, wenn ein strenges allgemeines Entnahmeverbot von Oberflächenwasser für die Allgemeinheit seitens des Landratsamtes besteht, die Bewässerungsanlagen des Beregnungsverbandes (zu etwa einem Drittel bezuschusst mit Steuergeldern durch das Land Baden-Württemberg) nahezu ununterbrochen in Betrieb sind.

Für diese gilt bei einem generellen Entnahmeverbot eine Sonderregelung. Diese Sonderregelung besagt laut Homepage des Landratsamtes, dass "Die Mitglieder des Beregnungsverbandes Mittlere Elz dürfen Wasser aus Bächen und Flüssen entnehmen, wenn sie oberhalb Grundwasser aus Brunnen in die Gewässer einspeisen." Handelt es sich doch bei Grundwasser und Oberflächenwasser um ein sehr wertvolles Allgemeingut. Warum dürfen dann die Mitglieder des Beregnungsverbands diese Ressource nutzen und der private Bürger muss teuer bezahltes Leitungswasser für seine Produktion von Obst, Beeren und Gemüse verwenden.

Da stellen sich mir noch viele Fragen, einige stelle ich nicht abschließend in den Raum: Wieviel und an wen bezahlt der Beregnungsverband für die entnommene Menge Wasser?
Wer trägt die Kosten der Aufbereitung des durch Düngung und Pestizide angereicherten Versickerungswasser des Beregnungsverbandes? Wer kontrolliert die Anzahl der Brunnen und die Entnahmemengen? Warum sind die seit 2003 vorgeschriebenen Zähler in den Brunnen immer noch nicht eingebaut und warum wird das von Seiten der Genehmigungsbehörde nicht eingefordert? Gibt es ein Gutachten? Was steht darin? Wie viele Entnahmestellen (mit welchen genehmigten Mengen) gibt es neben dem Beregnungsverband im Landkreis? Gibt es da Zähler? Wie entwickelten sich die Grundwasserpegel im Landkreis in den letzten Jahren?

Für mich ist die Intransparenz dieser Situation seitens des Beregnungsverbandes und des Landratsamtes als Genehmigungsbehörde ein deutliches Zeichen, dass hier abseits der Öffentlichkeit (nichtöffentliche Sitzungen) Fakten geschaffen werden sollen. Michael Rösch, Waldkirch
BLUTSPENDEAKTION
Es wäre eine schöne Geste
Zum Bericht "Retter in Not" von Patrik Müller (BZ vom 15. Juni):
Ihr lieben ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, euch kann man nicht genug danken für euren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz. Doch muss das an dieser Stelle auch einmal gesagt werden: Allein mit Spenderblut setzt das DRK hunderte Millionen Euro um. Offiziell bleibt beim Geschäft mit dem Blut zwar nichts hängen, die Bilanz zeigt jedoch andere Zahlen. Dies hier weiter auszuführen, würde allerdings den Rahmen sprengen.

Private Blutspendedienste drücken ihren Blutspenderinnen und -spendern Geld oder Gutscheine in die Hand (ca. 20 Euro pro Blutspende). Wie wäre es, wenn das DRK genau diesen eingesparten Betrag pro Blutspende "nach unten" weitergibt, um damit z.B. den Ortsvereinen, die mit ihren ehrenamtlichen Diensten "den Laden am Laufen halten", so aus der Corona-Misere zu helfen?

Ich denke nicht nur die Menschen an der DRK-Basis auch die uneigennützigen Blutspenderinnen und -spender würden sich sehr über diese Geste freuen! Vielleicht könnten auf diesem Wege sogar neue (und auch jüngere) Menschen als Spender-/innen gewonnen werden. Es wäre eine Überlegung wert!

Melanie Schmidt, Sasbach