Leserbriefe

Dieter Beierkuhnlein

Von Dieter Beierkuhnlein (Waldkirch)

Do, 28. November 2019

Waldkirch

SEILBAHN AUF DEN KANDEL
"Wie wäre es mit einer Einbahnregelung?"
Lesermeinungen zum Bericht "Seilbahn statt Straßensanierung", BZ am 22. November.
Ein alter Hut, vermutlich ausgelöst durch geschätzte Straßensanierungskosten in Höhe von 11 Millionen Euro. Woher diese Hochrechnung auch immer kommen mag! Muss die Straße derart komfortabel ausgebaut werden? Eine normale, auf der bisherigen, seit Jahrzehnten bestehenden Trasse aufgebaute neue Schicht kann doch nicht derartige Kosten verursachen. Wie wär es mit einer Einbahnregelung, die voraussichtlich geringere Kosten nach sich ziehen würde? Von Waldkirch eine Einbahnstraße auf den Kandel und übers Glottertal zurück wäre mit Einschränkungen doch auch eine Variante. Pkw, Rad- und Motorradfahrer, Gleitschirmflieger und andere könnten weiterhin hoch. Die Attraktion des Hausbergs, unter anderem gesteigert durch den Hotelneubau auf den Kandel, bliebe erhalten.

Glaubt denn jemand ernsthaft, es findet sich ein Investor für die Seilbahn, wenn gleichzeitig die Erreichbarkeit – auch für Pkw und Lkw – über das Glottertal ermöglicht ist? Oder wird dort die Straße gesperrt? Welche Familie nimmt dann die Seilbahn? Und wo startet diese? Bestmöglich am Bahnhof oder gegebenenfalls am Gleitschirmfliegerlandeplatz? Sollte Beides nicht zutreffen: Gibt es dann einen Zubringerbus zur Talstation? Oder einen Parkplatzneubau für Pkw, eventuell am Altersbach? Denkbar wäre doch auch eine Hochgarage (analog zum Feldberg), sponsored by Sick? Den Träumen und Visionen sind keine Grenzen gesetzt.

Eines ist auf jeden Fall sicher: Die 5. Jahreszeit in Waldkirch läuft schon jetzt auf Vollgas, die BZ hat was zum Schreiben und die Bürger aus der Region was zum Lachen! Dieter Beierkuhnlein, Waldkirch"Eine Seilbahn kann keine Straße ersetzen"
Ich möchte bemerken, dass dieser Vorschlag schon vor rund 70 Jahren gemacht und in Folgejahren von vielen anderen wiederholt wurde. Es ist also keine Erfindung oder neue Idee, auch wenn sie vollkommen absurd ist! CDU-Stadtverband, Senioren-Union und CDU-Fraktion im Gemeinderat haben sich mit Unterstützung der Landtagsabgeordneten Marion Gentges dafür im Landesverkehrsministerium stark gemacht, dass die Landesstraße 186 auf den Kandel in die Dringlichkeitsstufe der zu renovierenden Straßen aufgenommen wurde. Nun kurz davor, im Frühjahr 2020 soll begonnen werden, kommt dieser vollkommen unsinnige, fast hirnrissige Vorschlag von OB Götzmann mit einer Seilbahn. Ich möchte erwähnen, dass eine Seilbahn niemals eine renovierte Straße ersetzen kann, das kann höchstens als Ergänzung und zur Verringerung des Ausflugs- oder Sportverkehrs auf den Kandel angesehen werden. Reicht nicht schon aus, dass keine Busse mehr auf den Kandel fahren können, sondern alles über das Glottertal geht, möchten Sie auch mit dem Pkw über das Glottertal auf den Kandel? Damit würden wir der Umwelt keinen Gefallen tun bei dem Umweg. Wie sollen die Gleitschirmflieger auf den Kandel kommen? Meine Frage an alle Bürger: Sind Sie bereit für eine Berg- und Talfahrt eine Summe X zu bezahlen? Meine Frage an den OB: Wer soll die Seilbahn finanzieren? Sie glauben doch nicht allen Ernstes, das Land gibt hierfür Gelder frei! Durch den unsinnigen Vorschlag hat der OB erreicht, dass im Verkehrsministerium alles neu überdacht wird – man soll sich in Waldkirch erstmal einig werden! Die Gefahr besteht, dass das Vorhaben nun platzt. Das ist dann der Verdienst des OB! Insofern widerspreche ich ihm nicht, der selbst sagt, er mache den Vorschlag auf Gefahr hin, in der Narrenzeitung zu landen. Da gehört er hin. Dieter Ledtje, Waldkirch

"Weihnachtswunsch vom OB aus den Annalen?"
Trotz Haushaltssperre mal wieder ein visionärer Vorschlag der Verwaltung. Hier vom OB selbst! Der Vorschlag einer Seilbahn auf den Kandel ist "uralt". Das Thema wurde schon in einem Zunftabend der Krakeelia vom "Burggeist behandelt", der im damals neu erstellten Gebäude bereits die Talstation der Bergbahn sah! Vielleicht hatte der OB jetzt vor Weihnachten so viel Zeit, in den Annalen nachzulesen und diese Idee wieder aufzugreifen. Ich glaube, er hat es damit (zu) ernst gemeint. Vielleicht gibt es schon "Hintergrundgespräche" (Geklüngel städtisch und/oder privat) mit dem neuen Kandel-Hotel-Investor etc.? Wer weiß, wer weiß, was da im Kandelwald so alles läuft. Seilbahn versus Straße sanieren. Welch ein mutiger Gedanke, der für mich wenig Realismus zeigt. In Deutschland werden ja auch größte Projekte angefangen, aber leider nicht zu Ende gebracht , BER Berlin z.B.! Aber eins ist dem OB ja selbst schon klar, er kommt garantiert ins Narrenblättle. Wenn schon Fasnet wäre, würde ich laut "Narri-Narro" rufen und der OB hätte einen hohen Krakeelia-Orden verdient.Peter Postler, Waldkirch



STROMTRASSE VOM ROTZELECK
"Weshalb wird Offenlage der Trasse vermieden?"
Lesermeinung zum BZ-Bericht "Stromtrasse beschäftigt viele Bürger" vom 21. November.
Eine durchaus bemerkenswerte Informationsveranstaltung über die Stomableitungsproblematik im Siegelauer Tal. Eine Pflichtlektüre für all jene, die in ihrer grenzenlosen Naivität bislang glaubten, kein Problem mit Windrädern zu haben. Es ist eben nicht so, die einfach auf Bergspitzen zu setzen und gut ist. Und wenn die Gemeindeverwaltung rügt, zu spät in die Planung eingebunden worden zu sein, könnte man auch die Behauptung aufstellen, dass diese einfach über den Tisch gezogen wurde. Damit dann alles wieder seine Ordnung hat, ein Bauernopfer dazu auserkoren und um Entschuldigung zu bitten. Nun liebe Siegelauer, lasst Euch nicht für dumm verkaufen. Weshalb wird bis heute eine Offenlage der Trasse vermieden. Wohl deshalb, so Geschäftsführer Andreas Markowsky, weil eine zu frühe Veröffentlichung der Sache nicht gedient hätte. Geht’s noch? Gerade bei ihm ist äußerste Vorsicht geboten. Wenn er als Klimaaktivist die Bühne betritt, sollte nicht vergessen werden, dass dessen Unternehmen solche Anlagen projektieren, planen, bauen, betreiben. Zum Teil mit Bürgerbeteiligung für die, welche gerade ein paar Tausend Euro übrighaben und Dank üppiger staatlicher Subventionen, also wir alle, gewinnbringend anlegen wollen. Ein Klimapopulist, der natürlich ungeachtet eigener Interessen, demonstrierende Schüler aufruft, sich mit Erwachsenen zu verbünden und sie dazu benutzt, den Druck noch zu erhöhen.

Bei dem ganzen hysterischen Gehabe sollte daran erinnert werden, dass die bundesdeutschen Aktivitäten den Klimaschutz betreffend nichts am Weltklima ändern würden. Nun, einer muss ja mal anfangen. Aber weshalb dann am kleinsten Rädchen? Irgendwann werden wir uns bei den nächsten Generationen dafür rechtfertigen müssen, die Naturzerstörung leichtfertig hingenommen zu haben.
Wolfgang Disch, Simonswald