Leserbriefe

Erhard Brotz (Ühlingen-Birkendorf)

Von Erhard Brotz (Ühlingen-Birkendorf)

Sa, 28. Dezember 2019

Stühlingen

HOLZTRANSPORTE AUF DER BAHN
Mehr Rückgrat zeigen Zum Bericht über das Verbot von Holztransporten auf der Sauschwänzlebahn (BZ vom 14. Dezember) erreicht uns folgende Leserzuschrift:

Das Regierungspräsidium Freiburg hat unlängst zum Schutz der Mopsfledermaus ein Transportverbot für Holztransporte mit der Bahn von Weizen nach Blumberg durch das Wutachtal (Tunnel) erlassen, was für die Waldbauern zum Teil den Ruin bedeutet. Dazu ist noch zu sagen, dass sich diese Fledermausart damals während des laufenden Bahnbetriebs angesiedelt hat; also hat diese Tierart kein Problem mit durchfahrenden Zügen, auch im Winter nicht.

Der vereinfachte Transport von derzeit Tausenden Festmetern Holz zur Verladestelle in Immendingen muss somit entfallen, da Kapazitäten mittels Lkw kaum zu finden sind, weil die Transportunternehmer schon rund um die Uhr arbeiten und total überlastet sind. Deshalb erscheinen die vom Regierungspräsidium herausgegebenen Tipps mehr als weltfremd; z.B. wird empfohlen, die Holzlager mit Gift zu bespritzen (welches Gift?, wer bringt es aus und wie?, wer bezahlt?, wie wird das Eindringen des Giftes ins Quell- und Grundwasser verhindert?, werden dadurch nicht unzählige andere geschützte Arten vernichtet?).

Es ist so, dass das derzeit im Wald befindliche Holz im Frühjahr wertlos ist und keine Abnehmer mehr findet, da genügend "Nachwuchs" von frischem Holz erwartet wird. Das Leid der ohnehin geplagten Waldbauern, die unter persönlichem Einsatz sich tot schinden können oder finanziell ruiniert werden, scheint die arbeitsfernen Funktionäre/Innen im Regierungspräsidium nicht zu interessieren; Hauptsache: Der Mopsfledermaus geht es gut; die Menschen spielen außerhalb deren Behördenwelt keine Rolle.

Es besteht durchaus die Möglichkeit, angesichts der Dramatik die Gefahrenlage abzuwägen und sofort die Befahrung der Tunnel zu ermöglichen (und somit für die Menschen zu entscheiden). Dazu gehört natürlich etwas Rückgrat, was ich als Bürger vom Regierungspräsidium schon erwarten kann, ansonsten spricht man hier von "Staatsversagen".

Vergleichbares gilt für die Sperrung der Albtalstraße durch die gleiche Behörde, wo mit relativ kleinen Palisaden die Gefahr schnell gebannt wäre und die Straße nur kurzzeitig hätte gesperrt werden müssen.

Erhard Brotz, Ühlingen-Birkendorf