Leserbriefe

Gereon Janzing (Friedenweiler-Rötenbach)

Von Gereon Janzing (Friedenweiler-Rötenbach)

Di, 24. November 2020

Leserbriefe Hochschwarzwald

WOLF IM SCHWARZWALD
Praktische Belange der Weidetierhalter
Zum Artikel "Sind verbesserte Zäune die Lösung?" vom 17. November, Seite 15.
Da ich immer wieder von Schafherden mitbekomme, die trotz Zaun von Wölfen gerissen werden, würde ich die Titelfrage des Artikels verneinen. Im dicht besiedelten Mitteleuropa ist kein Platz für die von ihm angestrebten großen Mengen von Wölfen. Vor etwa zwei Jahrzehnten hörte ich bei einer gemeinsamen Veranstaltung von BUND und NABU einen Vortrag über den ökologischen Wert der Wanderschafhaltung mit einer Bitte, sie durch den Kauf ihres Lammfleisches zu unterstützen. Man sollte meinen, für ökologisch interessierte Menschen sei das völlig selbstverständlich. Jeder Mensch, der jemals mit Ökologie zu tun gehabt hat, weiß, dass extensive Magerweiden wertvolle Ökosysteme sind, die dem Insektensterben entgegenwirken und Zufluchtsorte für Arten sind, die wegen der Immissionen aus Industrie und motorisiertem Verkehr selten werden. Die Ausmagerung durch ehrenamtliche Naturschützer mit Sensen und Balkenmähern kann nur punktuell eine Option sein. Ergo: Wer die Natur mag, wer Tiere mag, unterstützt die extensive Weidehaltung. Aber heute fehlt dem NABU die Kommunikation mit den Schafhaltern. Es geht gar nicht um eine moralische Wertung des Wolfes als böse wie im Märchen, es geht schlicht und ergreifend um praktische Belange der Weidetierhalter, von deren Arbeit wir alle Nutzen haben.

Gereon Janzing, Friedenweiler-Rötenbach