Leserbriefe

Thomas Forst

Von Thomas Forst (Emmendingen)

Di, 19. Mai 2020

Leserbriefe Emmendingen

OB-WAHL UND FLÄCHENFRAGEN
Nicht hauptsächlich Eigentumswohnungen
Zur Wahl in Corona-Zeiten und zum Umgang mit Flächen am Beispiel des Weinstock-Quartiers (BZ vom 28. April):
Der Gemeinderat verschob die OB-Wahl vom April in den Mai, unter anderem weil im April kein angemessener Wahlkampf möglich war. Das gilt zwar auch für die Wahl im Mai, aber die Verwaltung, die ja vermutlich vom amtierenden OB völlig unabhängig ist, hatte dies vorgeschlagen. Damit handelt sich diese Wahl unnötig einen handfesten Anfechtungsgrund ein.

Aber ist ein Wechsel überhaupt nötig? Verspricht uns doch der OB von Wahlplakaten herab nachhaltiges Denken und gemeinsames Lenken. Überprüfen wir dies am Bau des Wohnquartiers "Weinstock Quartett" auf dem Gelände der ehemaligen Südwest-Rohstoff. Hier hat die Stadt nach dem viel selbstgelobten Emmendinger Modell dem Investor städtische Fläche verkauft, um danach mit der Städtischen Wohnbaugesellschaft einen Block von vieren vom Investor zu kaufen, um sozialen Wohnraum zu schaffen. Nachhaltiges Handeln hätte hier bedeuten können, dass die Stadt gar keine städtischen Flächen mehr an Investoren verkauft, wie dies inzwischen große Städte wie Hamburg und Berlin handhaben.

Gemeinsames Lenken hätte hier bedeuten können, nicht mit privaten Investoren diese Fläche zu entwickeln und hauptsächliche Eigentumswohnungen zu bauen, sondern mit gemeinnützigen Unternehmen, mit denen man die Schaffung von dauerhaft günstigem Mietwohnraum auf der gesamten Fläche hätte vereinbaren können. Auch dafür gibt es inzwischen zahlreiche Vorbilder.

Thomas Forst, Emmendingen