Leserbriefe

Hildegard Morath-Hübner (Münstertal )

Von Hildegard Morath-Hübner (Münstertal )

Mi, 30. Dezember 2020

Staufen

PHOTOVOLTAIK

Hier wird etwas Falsches suggeriert
Zum Beitrag "Erkennen, ob sich Photovoltaik lohnt" (BZ vom 15. Dezember) erreichte uns folgender Leserbrief:

Hier stimmt doch was nicht! Der äußerst informative Artikel von Rainer Ruther macht auf eindrucksvolle Weise deutlich, was (am Beispiel Staufen) heutzutage schon möglich ist: Auszutesten, inwieweit das eigene Dach für Photovoltaik geeignet ist. Doch die Bildunterschrift macht stutzig: Der von der Photovoltaik auf allen 4442 erfassten Gebäuden erzeugte Strom soll demnach 5500 Haushalte mit Strom versorgen können. Wer behauptet das? Hier wird eindeutig etwas Falsches suggeriert. Vergessen wird einfach, dass die Sonne nicht ständig scheint. Im Winter, wo sie viel dringender gebraucht würde, hat sie nur einen Bruchteil ihrer Sommer-Energie zu bieten. Die Haushalte wollen ihren Strom selbstverständlich auch nachts: Zum Smartphone-Laden und Serien-Schauen; auch die Weihnachtsbeleuchtung sollte spät in der Nacht nicht ausgeschaltet werden. Oder vielleicht doch? Bevor der Ruf nach neuen Atomkraftwerken laut wird und vor allem, solange es keine effektiven (und vielleicht auch noch umweltverträglichen!) Großspeicher gibt (da sieht es noch zappenduster aus), sollten wir vielleicht ans Stromsparen denken und tunlichst die Finger von neuen Stromfressern im großen Stil (5G, E-Autos, digitaler Euro) lassen. Wind und Sonne scheren sich leider nicht um die Bedürfnisse einer Industrienation. Die aus gutem Grund stets im Stand-by-Modus bereitgehaltenen fossilen Backup-Kraftwerke müssen nach wie vor einspringen, wenn die "Erneuerbaren" mal wieder nicht liefern. Auch die europäischen Nachbarn helfen schon längst aus (zum Beispiel mit Atomstrom aus Frankreich!). An dieser Problematik ändert sich übrigens auch nichts, wenn wir die "Erneuerbaren" verdreifachen. Das x-fache von fast Null bleibt fast Null ...
Hildegard Morath-Hübner, Münstertal