Leserbriefe

Christoph Buck, Todtnau (Förderverein Schwimmbad)

Von Christoph Buck, Todtnau (Förderverein Schwimmbad)

Do, 13. Februar 2020

Leserbriefe Lörrach

FREIBAD TODTNAU
Das Bad war und bleibt ein Stiefkind der Stadt
Zum BZ-Bericht "Neue Freibadsaison soll besser werden" vom 4. Februar:
Die Verwaltungsspitze in Todtnau zeichnet mit dem Bericht über die vergangene Schwimmbadsaison ein düsteres Bild. Das ausgewiesene Defizit von knapp 300 000 Euro sei fast dreimal so hoch wie dasjenige des alten Bades, die Besucherzahlen niedriger als zuletzt vor der Schließung. Statt Freude über den Erhalt und die gelungene Sanierung der Einrichtung spricht man von Enttäuschung und hält dem Bürger den Zahlenspiegel vor. Erwartet man von den Schwimmbadbefürwortern und den Mitgliedern des Fördervereins, die sich mit vielen Arbeitsstunden ehrenamtlich eingebracht haben, nun Scham und Gewissensbisse?

Dass bei Marketing und Organisation der ersten Schwimmbadsaison nach der Sanierung vieles im Argen gelegen hat, ist bekannt. Entsprechende Anregungen und Verbesserungsvorschläge hat der Förderverein gemacht. Statt nur Unmut zu äußern, könnte den ermittelten Zahlen auch viel Positives abgewonnen werden: Es ist gelungen, die Energiekosten des alten Bades von rund 55 000 Euro auf 29 000 fast zu halbieren und gleichzeitig die Einnahmen von bislang 34 000 Euro auf fast 61 000 nahezu zu verdoppeln.

Erstmals in der Geschichte des Schwimmbads konnten mit den Einnahmen nicht nur die Energiekosten komplett, sondern darüber hinaus auch ein beträchtlicher Teil der Personalkosten abgedeckt werden. Auch dass das Bad ohne Neuverschuldung finanziert werden konnte, bleibt geflissentlich unerwähnt.

Obwohl nun wirklich zu wünschen ist, dass das Bad mit Verbesserungen in Organisation und Service besser besucht wird, wird das Defizit durch ein paar Tausend Besucher mehr oder weniger nicht wesentlich beeinflusst. Zu berücksichtigen ist, dass es sich bei den hohen Personal- und Verwaltungskosten um sogenannte innere Verrechnungen handelt, die ohne Bad schlicht und ergreifend auf andere Kostenstellen gebucht werden müssten.

Sodann werden auf alle Bauvorhaben und öffentliche Einrichtungen der Stadt Abschreibungen und Verzinsungen in zum Teil beträchtlicher Höhe gebucht, egal ob Rathaus, Bauhof, Schulmensa, Altenheim, Kanalisation oder Kurhaus. Mit dem kleinen Unterschied, dass nur die Abschreibungen und Personalkosten des Schwimmbads den Bürgern ständig unter die Nase gerieben werden. Das Todtnauer Bad war und bleibt halt ein Stiefkind der Stadt. Christoph Buck, Todtnau, Förderverein Schwimmbad