Leserbriefe

Paul Kessler Häusern

Von Paul Kessler Häusern

Fr, 20. März 2020

Bernau

RÜCKKEHR DES WOLFS
Wohl der Weidetiere wird bedacht
Zum Artikel "Grund zur Freude und Sorge" (BZ vom 10. März, Seite 25)
Als Naturfreund und Weidetierhalter fällt mir, auch nur ansatzweise, eine nachhaltige Begründung schwer, für die mit viel politischer Kraft gesicherte Wolfseinführung im Hochschwarzwald.

Die Wolfsbefürworter sollten auch folgende Fragen gewichten: Welchen Stellenwert erhält das Tierwohl, wenn ein Wolf in eine Herde Weidetiere einbricht? Wird neben den verletzten, getöteten Tieren auch der psychische (Total-) Schaden der verbleibenden Weidetiere billigend in Kauf genommen? Glauben Sie wirklich, dass nach einem Wolfsvorfall noch eine zukünftige Beweidung, aufgrund verhaltensgestörter Tiere mit Ausbruchgefahr, möglich sein wird?

In schwierigem Gelände ist praktisch eine Bewirtschaftung nur im Weidebetrieb möglich. Der Weidebetrieb sichert Artenvielfalt, verbunden mit hinreichender Düngung. Bei entsprechender Weidepflege durch den Landwirt wird die Landschaft offen gehalten.

Eine Kostenerstattung für Wolfsschäden erfolgt nur dann, wenn geeignete Schutzzäune vorhanden sind. Das ist eine Farce! Wie Frau L. Huber-Eustachi ausführte, belaufen sich die Weidezaunkosten auf sechs bis acht Euro je Laufmeter Zaun, also 2400 bis 3200 Euro pro Hektar. Hinzu kommt ein deutlich höherer Aufwand für die Zaunwartung und spätere Entsorgung.

Unsere noch offene Landschaft ist in vielen Gemeinden mit zwei bis dreistelligen Hektarbereichen nur im Weidebetrieb zu bewirtschaften.

Mit dem gegenwärtig vorgesehenen Einzug des Wolfes hat die Bergweide keine Zukunft!

Abschließend bitte ich die Verantwortlichen, eine Neujustierung vorzunehmen und zusammen mit den Jägern die (alten) Voraussetzungen für Weidebetrieb, Artenvielfalt und offene Landschaften, - wie in der Schweiz -, wieder- herzustellen.

Paul Kessler Häusern