Literatur

"2084" von Boualem Sansal beschreibt eine theoretische Diktatur

Stefan Brändle

Von Stefan Brändle

Sa, 21. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Literatur & Vorträge

In "2084" beschreibt der algerische Autor Boualem Sansal den Alltag in einer religiösen Diktatur. Sein Warnruf von jenseits des Mittelmeeres ist so ernst gemeint und zu nehmen wie "1984".

Wie so mancher Schriftsteller seines Landes könnte er bequem im Pariser Exil leben, wo er für fast alle seiner sieben Romane Preise erhielt. Doch Boualem Sansal (66) bleibt seiner Heimat treu; er wohnt unauffällig außerhalb der Hauptstadt Algier und trotzt der täglichen Gefahr durch Islamisten und Regimeschergen, die er nicht müde wird zu attackieren. Man sähe es ihm gar nicht an: Mit seinem weißen Pferdeschwanz, mit Nickelbrille und "buddhistischem Lächeln" (so ein Vertreter seines Verlags Gallimard) ähnelt Sansal eher einem weltentrückten Schamanen als einem hochpolitischen Alleinkämpfer.

Dabei ist sein neues Werk durchaus fatwaverdächtig. Eben auf Deutsch erschienen, beschreibt "2084" den erstickenden, infernalischen Alltag einer theokratischen Diktatur, mit der nur der Islam gemeint sein kann. Der Gottesstaat Abistan, wie ihn Sansal nennt, erinnert mit seinen endlosen Wüsten und Karawanen ...

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