Beschlüsse in Bern

Lockdown im Nachbarland: Schweiz verschärft Corona-Maßnahmen deutlich

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Mi, 13. Januar 2021 um 15:50 Uhr

Schweiz

Treffen sind nur noch mit maximal fünf Menschen erlaubt, die meisten Läden machen zu, Homeoffice wird – soweit möglich – zur Pflicht: Nach wochenlangem Zögern verschärft die Schweiz ihre Corona-Regeln.

Von Montag an bleiben alle Geschäfte geschlossen, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen. Zudem müssen Arbeitgeber Homeoffice anordnen, wo immer dies möglich ist. An privaten Veranstaltungen dürfen nur noch maximal fünf Personen teilnehmen. Grund sei die Ausbreitung der neuen Virusvarianten, die deutlich ansteckender sind als die früheren Varianten, sagte Präsident Guy Parmelin am Mittwoch in Bern.

Nicht betroffen von den Schließungen sind Dienstleister wie Friseure oder Reparaturbetriebe, Blumenläden, Bau- und Gartengeschäfte. Zugleich verlängerte die Regierung die bestehenden Maßnahmen um fünf Wochen. Damit bleiben Restaurants, Kulturbetriebe, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen bis Ende Februar zu. Parmelin mahnte: "Dieses Leid führt manchmal auch zu Wut, das ist menschlich. Doch wir müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren." Schulen und Skigebiete bleiben weitgehend geöffnet.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit meldete am Mittwoch 3001 neue Infektionen. Das waren 477,5 pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen. In Deutschland lag die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) bei 155,0. Gesundheitsminister Alain Berset sagte, die Fälle der neuen Virusmutation verdoppelten sich jede Woche. Die Schweizer Situation sei mit der Lage in Großbritannien Anfang Dezember zu vergleichen. Ohne neue Maßnahmen drohe im Februar eine schwere dritte Welle.

Mehr zum Thema:
Liebe Leserinnen und Leser, die Rolle und auch Verantwortung der Medien ist durch die Krise deutlich gewachsen. Die folgende Umfrage beschäftigt sich mit der Glaubwürdigkeit der Badischen Zeitung in Zeiten von Corona. Es handelt sich um eine Arbeit im Rahmen eines Studiums Bachelor of Arts in Business Administration unserer Redaktionsmitarbeiterin Selina Kabis. Für Ihre Teilnahme möchten wir uns bereits im Vorfeld bedanken zur Umfrage.