Kriminalstatistik 2019

Die Polizei registriert im Landkreis Lörrach weniger Straftaten

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Mo, 30. März 2020 um 14:28 Uhr

Lörrach

Das Polizeipräsidium Freiburg hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2019 vorgestellt. Im Landkreis Lörrach zeigt sich ein erfreulicher Trend. Es wurden weniger Straftaten als 2018 verübt.

Das Polizeipräsidium Freiburg hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2019 vorgestellt. Aufgrund der Corona-Pandemie verzichtet die Polizei auf eine Pressekonferenz, stattdessen verschickte die Pressestelle in Freiburg eine Mitteilung und eine Zusammenfassung – eine Analyse für den Landkreis Lörrach. Die Polizei verbucht 2019 im Landkreis 14.550 Straftaten. "Damit waren die Fallzahlen im 10-Jahres-Vergleich auf dem niedrigsten Stand", heißt es in der Mitteilung der Polizei. Zu dieser Zahl kommen 2089 Verstöße gegen das Ausländerrecht. Dazu zählen beispielsweise Passvergehen. Nimmt man diese Zahl mit dazu, so verbucht die Statistik einen Rückgang der Straftaten um 9,2 Prozent zum Vorjahr (Von 18.328 auf 16.639).

Aufklärungsquote

Die Statistik zeigt aber auch, dass die Aufklärungsquote im Landkreis insgesamt rückläufig ist. Sie beträgt 2019 61 Prozent (2018: 64,1 Prozent), die Quote liegt aber über dem Landesschnitt. Gleichwohl entwickelt sich die Situation im Kreis recht unterschiedlich: Im Revier Rheinfelden gab es eine leichte Zunahme der Straftaten, in Zell im Wiesental ebenfalls. Hier gab es 2018 insgesamt 250 registrierte Straftaten, 2019 steig die Zahl auf 366. In den Revieren Lörrach, Weil am Rhein und Schopfheim verbuchte die Polizei weniger Straftaten.

Weniger Wohnungseinbrüche

Erfreulich ist, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche um 46 Prozent gesunken ist – auf 204 Fälle. Fast die Hälfte der Taten sei im Versuchsstadium stecken geblieben. Die Aufklärungsquote liegt laut der Polizei bei 32,8 Prozent. Wohnungseinbrüche werden im Landkreis zentral von der Ermittlungsgruppe Dreiländereck bearbeitet. Sie setzt sich aus Beamten aller Reviere zusammen. Die Polizei meldet Erfolge: Mehrere Verdächtige seien in Untersuchungshaft. "Die Ermittlungen gegen die zumeist überörtlich agierenden Tatverdächtigen dauern noch an", heißt es in der Mitteilung. Am häufigsten wurde in Lörrach eingebrochen (53) und in Weil am Rhein (44). Auffällig ist hier der Rückgang: 2018 wurden in Weil noch 103 Einbrüche verübt.

Straßen- und Gewaltkriminalität

Zudem gab es laut der Polizei einen Rückgang der Straßenkriminalität (in der Öffentlichkeit begangene Straftaten). Er beträgt 10,1 Prozent (281 Fälle). Zugleich sinkt auch die Aufklärungsquote: von 24,7 Prozent auf 15,6 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Anzeigen im Bereich der Gewaltkriminalität. 2018 wurden hier 393 Fälle registriert, vergangenes Jahr waren es 366. Die Aufklärungsquote ging leicht zurück – von 85,5 auf 83,1 Prozent. Die Quote ist höher als der Landesschnitt und höher als der Schnitt im Polizeipräsidium. Im öffentlichen Raum sei es zu einem Rückgang gekommen. Die Polizei beobachtet aber auch, dass immer häufiger Messer als Tatwaffen eingesetzt werden. 2019 registrierte die Polizei sieben Totschlagsdelikte, eines wurde vollendet, hinzu kommt eine fahrlässigen Tötung. Die Aufklärungsquote beträgt 100 Prozent.

Einen Rückgang verbuchte die Polizei außerdem bei den Anzeigen zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von 214 auf 192). 2019 gab es hier dennoch den zweithöchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Nahezu unverändert sind die Fallzahlen bei der Gewalt gegen Polizeibeamte. 2018 wurden hier 117 Fälle registriert. 2019 gab es einen Fall weniger.

Zu den Tatverdächtigen ist Folgendes zu sagen: Sie sind überwiegend männlich und deutsch. Der Anteil der jungen Tatverdächtigen (24 und jünger) bleibt relativ unverändert. Bei den unter 21-Jährigen verbucht die Polizei einen 10-Jahres-Tiefwert.

Zusammenarbeit der Behörden

In der Pressemitteilung verweist die Polizei, dass die Bekämpfung der Kriminalität über Behördengrenzen hinweg laufe. Als Beispiel wird die Kontrolle von Shisha-Bars genannt. Hier agierten Beamten des Zolls, des Landratsamts und der Polizei zusammen. "Vergleichbare Einsätze sind auch für die Zukunft geplant."