Ein Motorrad für Eritrea

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Fr, 22. Februar 2019

Lörrach

Eine großzügige Spende aus Lörrach soll einer Mutter-Kind-Klinik in Eritrea zugutekommen.

LÖRRACH. Seit 2016 unterstützen die Lörracher Brüder Florian und Tim Porsche den Bau der Frühchenstation an der neuen Mutter-Kind-Klinik in Keren, Eritrea. Träger der Einsätze, zu denen stets ein gemischtes Team deutscher Fachleute gehört, ist die Organisation "Archemed – Ärzte für Kinder in Not". Jetzt wurde den Brüdern ein Motorrad geschenkt, das sie zugunsten des Projekts versteigern dürfen.

Der Installateur Florian und der Zimmermann Tim Porsche bringen in Afrika ein- bis zweimal im Jahr für mehrere Wochen ihre Fachkenntnisse ein. Sie haben nun die Chance, eine namhafte Spendensumme in das Projekt einzubringen: Der Lörracher Attila Pethö-Schramm stellt den Brüdern ein seltenes Motorrad zur Verfügung, das sie zugunsten des Projekts in Eritrea versteigern dürfen. Es handelt sich um die Sonderedition einer Triumph Thruxton, von der in Deutschland nur 100, weltweit etwa 200 Exemplare verkauft worden seien. Der Eigentümer sei etwa 13 000 Kilometer damit gefahren und habe nur wenige Modifikationen vorgenommen. Nachdem er von dem Eritrea-Projekt in der Zeitung gelesen habe, stellte er das Motorrad zur Verfügung, erzählt Florian Porsche. Das können die Brüder nun für den guten Zweck versilbern. Sie werden wohl das Internet nutzen, um das Zweirad anzubieten, sagt Florian Porsche – damit sei einfach die Reichweite am größten. Doch auch über eine eigens eingerichtete Mailadresse können Interessenten mit Porsche in Verbindung treten.

Die Spendensumme wird dann die letzte Phase des Krankenhausbaus unterstützen, im November 2019 soll die Frühchenstation fertig sein. Im März werden Tim und Florian Porsche ihre Kenntnisse wieder einbringen – Florian Porsche in seiner Freizeit, Tim Porsche wird dafür erneut von seinem Arbeitgeber SAK freigestellt. Schon beim letzten Einsatz im Herbst 2018, erzählt Florian, habe man deutlich gespürt, dass sich im Land etwas getan hat. Eritrea, das lange als Nordkorea Afrikas galt und aus dem viele Menschen auch Richtung Deutschland flohen, habe sich nach dem Friedensschluss mit dem Nachbarn Äthiopien im Sommer 2018 verändert. Mehr Menschen seien nun auf den Straßen, auch abends. Am Flughafen ging die Einreise viel reibungsloser, als die Brüder das kannten. Plötzlich hätten alle Smartphones, wenn auch noch kein offenes Internet. Allerdings gab es auch zuvor manches, was sie positiv beeindruckte – etwa die Tatsache, dass man auf der Baustelle keinerlei Spannungen zwischen Christen und Muslimen spüre. Auch Korruption habe er nie erlebt. Ihm gebe das Engagement und der Kontakt mit den Einheimischen dort sehr viel. "Jeder, der einmal dort war, wird wieder hingehen", sagt Florian Porsche.

Doch viele Menschen seien sehr arm und die hygienischen Standards schlimm, sagt der Installateur. Viele Kinder kämen zu früh auf die Welt, weil die Mütter unterernährt seien. Diese Frühchen hätten dann oft wegen mangelnder Hygiene keine Chance. Dank der Hilfe aus Deutschland entsteht nun in der Stadt Keren tief im Landesinnern Eritreas als Anbau an ein neues Krankenhaus jene Frühchenstation, die das Überleben der Kinder ermöglichen soll. Das Projekt finde in der Bevölkerung viel Anerkennung, sagt Florian Porsche. Er habe einmal einen einheimischen Arbeiter von der Baustelle gefragt, warum er noch keine Kinder habe. Die wolle er erst, habe der Mann geantwortet, wenn das neue Krankenhaus fertig sei.

Info: Wer Interesse an dem Motorrad hat, kann sich per E-Mail an einetolleidee@gmx.de mit Florian Porsche in Verbindung setzen.