"Ein Ort der Ermutigung"

Ansgar Taschinski

Von Ansgar Taschinski

Mo, 08. Juli 2019

Lörrach

Die Dieter-Kaltenbach-Stiftung feiert 20 Jahre und bekommt viel Lob von Jugendlichen.

LÖRRACH. Mit einem großen Fest im Hof der Dieter-Kaltenbach-Stiftung wurde in Lörrach am Samstag das 20-jährige Bestehen der mobilen und offenen Jugendarbeit gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Politik und Stiftung sowie Partner von deren Arbeit waren gekommen, um zum Jubiläum zu gratulieren.

Jungen Menschen bei der Persönlichkeitsbildung zu helfen und Orientierung zu bieten sei das Motto der Kaltenbach-Stiftung, hob Vorstand Frieder Kaltenbach hervor. So habe man stets den Wunsch, Neues auszuprobieren und neue Arbeitsfelder zu erkunden. So sei auch 1999 die mobile und offene Jugendarbeit entstanden, mit der man das Angebot des Sozialen Arbeitskreises (SAK) Lörrach habe ergänzen wollen. Kaltenbach erinnerte sich, wie er damals selbst den Brombacher Jugendtreff leitete. Es sei eine spannende und spaßige Zeit gewesen. Oberstes Ziel sei es dabei, die Kinder und Jugendlichen stark zu machen, ihnen Verantwortung zu übergeben und gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten, Grenzen auszutesten.

Für Kaltenbach bedeutete diese Arbeit auch, stets hinter den Jugendlichen zu stehen. Ohne die Unterstützung von Visionären, Kritikern, Wissenden und Machern wäre die Arbeit nicht so erfolgreich geworden, betonte er. Zu Wort kamen auch Jugendliche. Cüneyt Tatli und Etnik Dresh berichteten von ihren Erfahrungen im Jugendtreff, in dem sie sich mittlerweile auch selbst als Betreuer engagieren. Stets sei einem dort geholfen worden, egal ob es Probleme gab oder man Unterstützung bei der Formulierung von Bewerbungsschreiben oder Praktika brauchte, sagte Etnik Dresh. "Ohne das Jugendzentrum wäre ich nicht so geworden, wie ich heute bin." Er habe soziale Kompetenzen, Eigenverantwortung und den Umgang mit Stress gelernt und sei so erwachsener und reifer geworden. Auch Bürgermeisterin Monica Neuhöfer-Avdic erinnerte sich an ihre eigenen Erfahrungen im Jugendtreff. Die Eigenverantwortung, die sie dort gelernt habe, trage sie noch heute. Zugleich lobte sie die gute Vernetzung der Jugendarbeit in Lörrach in die Region hinein.

Elke Zimmermann-Fiscella, Sozialdezernentin des Landkreises, erklärte, die Kaltenbach-Stiftung sei im Landkreis Lörrach mittlerweile eine richtige Marke geworden, die für viel Engagement und Qualität in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stehe. Sie leiste einen wichtigen Beitrag, dass sich junge Menschen in der Welt zurechtfänden und stelle deren Träume, Fähigkeiten und Sorgen in den Mittelpunkt. Stets sei jeder willkommen und die Jugendarbeit dabei auch immer ein Ort der Ermutigung.

"Die Kaltenbach-Stiftung ist eine Stiftung, die ihresgleichen sucht", so der Weiler Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. Lörrach könne sich glücklich schätzen, diese zu beherbergen. Zugleich gebe es eine sehr gute Kooperation, unter anderem mit der Stadtjugendpflege. Er wünschte zum Geburtstag alles erdenklich Gute.

Für Christiane Hillig von der Landesarbeitsgemeinschaft mobile Jugendarbeit bedeutete Jugendarbeit, auf die vielfältigen Bedürfnisse der jungen Menschen zuzugehen. Dies sei Herausforderung wie Chance zugleich. So gehe es darum, echtes Interesse zu zeigen und nicht bloß alles besser zu wissen. Gerade auch beim Scheitern müsse man als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Die Jugendarbeit verändere sich rasant und stets müsse man sich auf neue fachliche Herausforderungen einstellen.

Für die Gäste hatte das Team um Jan Funke von der Jugendarbeit der Kaltenbach-Stiftung ein vielfältiges Angebot zusammengestellt. Tischkicker oder Speedsoccer gehörte dazu, gestaltet werden konnte auch eine Graffiti-Wand. Zudem spielten lokale Bands.