Jungforscher sammeln Preise ein

Ansgar Taschinski

Von Ansgar Taschinski

Sa, 16. Februar 2019

Lörrach

Das Phaenovum stellt beim Regionalwettbewerb Jugend forscht/ Schüler experimentieren fünf Regionalsieger und weitere Preisträger.

LÖRRACH/FREIBURG. Erfolgreich präsentierten sich die Lörracher Schulen auch in diesem Jahr beim Regionalwettbewerb Jugend forscht und Schüler experimentieren in Freiburg. Fünf Regionalsiege, je vier zweite, dritte und Sonderpreise gingen an Schülerinnen und Schüler vom Schülerforschungszentrum Phaenovum. Sie besuchen neben Lörracher Schulen auch die Gemeinschaftsschulen in Steinen und Rheinfelden.

34 Schülerinnen und Schüler des Schülerforschungszentrums Phaenovum nahmen mit 18 Projekten am Regionalwettbewerb teil. Insgesamt waren 199 Jugendliche aus ganz Südbaden mit 105 Projekten vertreten.


Jugend forscht
Im Fachbereich Biologie erreichten Robert Graf und Leif Holzkamm, beide 16, vom Hebel-Gymnasium mit ihrem Projekt "CRISPRn in der Schule – Entwicklung eines Gen-Editing-Praktikums für die Oberstufe" den ersten Platz. "CRISPRn ist eine Methode, mit der man die DNA verändern kann, sowohl von Bakterien als auch von Menschen oder Pflanzen", erklärte Leif Holzkamm. Ziel sei, dass Lehrer den Versuch in der Schule anwenden und Schüler ihn verstehen könnten. Den ersten Platz in der Kategorie Physik gewannen Rickmer Krinitz, Daniel Mynko und Frederick Büchner für "Ionenwind – Antrieb der Zukunft" . Die drei Schüler vom HTG hatten untersucht, wie elektrische Energie in Bewegungsenergie umgewandelt werden kann. Dabei stoßen Ionen auf Luftmoleküle, bringen sie in Bewegung und sorgen so für einen Windstoß. Eines Tages könne dieser Mechanismus hoffentlich auch etwa in der Raumfahrt für Forschungsdrohnen verwendet werden, so Rickmer Krinitz.

Schüler experimentieren
Auch beim Wettbewerb Schüler experimentieren gewannen die Lörracher zahlreiche Preise. So errang Julian Kehm (13) vom Hans-Thoma-Gymnasium den ersten Platz im Fachbereich Biologie. Er hatte sich gefragt, ob die Venusfliegenfalle zählen kann. Im Internet habe er gelesen, dass diese fleischfressende Pflanze das könne. Julian Kehm reizte die Pflanzen, zählte die Berührungen und fütterte sie unter anderem mit Fliegen, Rindfleisch und Mozzarella. Adam Muderris und Frank Würthner, beide 14, gewannen mit ihrem Projekt "Wünsch dir was – Meteoritenjagd per Radio" Platz eins im Fachbereich Physik. In Frankreich gebe es eine militärische Radiosendestation, die konstant ein Signal aussende. Wenn ein Meteor über den Himmel fliege, werden die Radiowellen von diesem reflektiert, erklärte Adam Muderris. Mit einer selbst gebauten Antenne könne man die Signale aufzeichnen. Auch Flugzeuge werden dabei aufgezeichnet. Eineinhalb Monate dauerten die Messungen, in dieser Zeit entdeckten die beiden mehr als zehntausend Meteore. Einen weiteren ersten Platz errang das Projekt "Brüche – periodisch im System?" von Verona Miftari (13) und Florian Bauer (12), beide HTG, im Fachbereich Mathematik/ Informatik.

Viele der Teilnehmer sind bereits mehrmals im Wettbewerb gewesen. Toll sei etwa der Austausch mit den anderen Nachwuchsforschern, erzählten sie. Viele spannende Projekte gab es: Brokkoli wurde mit UV-Licht bestrahlt, das geometrische Muster von Sonnenblumen untersucht, die besten Bedingungen zum Säen von Gras beleuchtet und vieles mehr. Für die fünf Regionalsieger des Phaenovum geht es weiter zum Landeswettbewerb, für Jugend forscht am 26. bis 29. März in Stuttgart, für Schüler experimentieren am 16. und 17. Mai in Balingen.

Trotz der Wettbewerbsbedingungen steht für die Jungforscher nach eigener Aussage der Spaß im Vordergrund. Es gebe unter den Teams keine Konkurrenz, man helfe sich gegenseitig, wo man könne. Dass es manchmal anstrengend sei, gehöre gleichwohl dazu.