Zwei Standorte

Die Sternwarte des Phaenovum kommt nach Lörrach und Schopfheim

Aaron Hohenfeld

Von Aaron Hohenfeld

Fr, 05. Juli 2019 um 17:00 Uhr

Lörrach

Das Schülerforschungszentrum stimmt für Außenstellen an der Kaltenbach-Stiftung und der Gerspacher Schanze: Dort soll eine eigne Sternwarte gebaut werden.

Kaum ein Thema fasziniert Menschen so gesellschaftsübergreifend und altersunabhängig wie die Astronomie. Daher hat das Schülerforschungszentrum Phaenovum in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwochabend dem Bau und der Finanzierung einer eigenen Sternwarte zugestimmt.

"Kein Schülerforschungszentrum wagt ein derart kühnes Projekt", stellte der Phaenovum-Vorsitzende und Oberbürgermeister Jörg Lutz fest. An zwei Standorten, der Kaltenbach-Stiftung in Lörrach und der Gersbacher Schanze im Schopfheimer Ortsteil, sollen nun die beiden neuen Außenstellen des Fachbereichs Physik errichtet werden. Alle Beschlüsse wurden von der Versammlung einstimmig gefasst.

Teleskope zur Astrofotographie, Kameras sowie ein Spektrometer

Das Vorzeigeprojekt ist die Rolldachhütte nahe Gersbach. Hierfür hat die Versammlung die Pacht eines 763 Quadratmeter großen Grundstücks beschlossen. In der Hütte werden Teleskope zur Astrofotographie, Kameras sowie ein Spektrometer lagern. "Wir werden mit Beobachtungen anfangen, aber wollen später auch Aufbau und Atmosphäre von Sternen mit Hilfe des Spektrometers untersuchen", sagte Herman Klein, der das Projekt auf die Beine gestellt hat. Hierbei orientiert er sich an der Schülersternwarte in Wuppertal, die seit sieben Jahren ein ähnliches Projekt verfolgt.

Der Standort Stiftung Kaltenbach dient als Einführung in den Gebrauch von Teleskopen und Himmelskarten, einnorden und Sensibilisierung für Lichtverschmutzung. Hier sollen fünf Beobachtungsplattformen errichtet werden, von denen aus Schüler in vom Phaenovum angebotenen Kursen den Himmel beobachten können. Darunter befindet sich auch ein Sonnenteleskop, mit dem das Phaenovum bereits Beobachtungen am Tag der offenen Tür angeboten hat.

Das Großprojekt ist bereits finanziert, Sponsoren wie die Unternehmen Busch, die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung und Privatpersonen trugen 177 500 Euro zur Umsetzung bei. Die voraussichtlichen Kosten für den Bau der Rolldachhütte, neue Teleskope und die Grundausstattung mit Computern und mehr belaufen sich auf 178 100 Euro, die jährlichen Kosten werden dann mit 5500 Euro veranschlagt. Hierfür werden noch Sponsoren gesucht.

Schon in der Mitgliederversammlung zuvor war über die Errichtung einer Sternwarte entschieden worden. Doch der neue Plan mit zwei Standorten musste noch einmal vorgelegt werden, nachdem sich der zuvor vorgesehene Standort Inzlingen zurückgezogen hat.

Hobbyastrologen und Lehrer im Sternwarteteam

Die Sternwarte soll zu Beginn des kommenden Schuljahrs in Betrieb gehen. Hermann Klein wird in Schulen der Region nochmals dafür werben. Das Team der Sternwarte besteht aus Lehrern wie Hermann Klein und Pirmin Gohn vom Hans-Thoma-Gymnasium und Christoph Koch-Kalmbach aus dem Oberrheingymnasium in Weil am Rhein sowie aus Hobbyastronomen wie Wolfgang Barth, Herbert Weniger, Gustav Albiez und Jürgen Kaltenbach. Von der Universität Basel steht Thilo Glatzel dem Projekt bei.

Des Weiteren wurde die Gründung eines weiteren Fachbereichs des Phaenovum beschlossen. Er wird höchstwahrscheinlich unter dem Namen "phaenovum explorer" seine Arbeit aufnehmen. Renate Spanke wird ihn leiten und darin den Nachwuchs des Phaenovum fördern. Dabei geht es darum, neue Projektschüler an die Arbeit am Schülerforschungszentrum heranzuführen und ihnen den Weg zu einer vollendeten Projektarbeit zu weisen. Zuvor waren Spankes Schüler Teil des Fachbereichs Bio, Chemie, LifeSciences.