HINTERGRUND

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Mo, 16. September 2019

Lörrach

Der Klangparcours

Wie beschreibt man folgende Szene: Ein Radler fährt über ein Stück Wellblech und aus einem Lautsprecher schallt ein schräger Ton – klingt komisch? Ja, tut es. Im Lörracher Rosenfelspark haben sich 2019 der Slow-up und die Zeiträume Basel vereinigt, die Biennale für neue Musik und Architektur. Dabei heraus kommt das Sound-up-Bonusprogramm. Es ist das Projekt der beiden Künstler Moritz Müllenbach und Gary Berger. Wer mit dem Rad in die kleine Schleife im Park einbiegt, wird von einer Webcam erfasst. Fährt er über eines der neun Hindernisse, erhält dieses auf der Anzeigetafel einen Punkt. Die Künstler sehen so, welches beliebt ist. Der Fahrer erhält einen Bonus in Form eines Klanges, der sich je nach Untergrund unterschiedlich anhört (es gibt zum Beispiel noch Kunstrasen und Eisenstangen). Wer die Slow-up-Teilnehmer beobachtet, dem fällt auf: Vor allem Kinder sammeln gerne Bonuspunkte. Einige drehen gleich mehrere Runden. Der ein’ oder andere Erwachsene fährt hingegen mit skeptischem Blick dran vorbei. Andere schieben ihr Velo über das Blech. Was steckt aber hinter der Aktion? Es geht um das Sammeln von Daten. Berger vergleicht es mit einem Supermarkt. Dort wüsste der Händler auch, was bei den Kunden beliebt sei. "Wir legen die Daten aber offen", sagt Berger. Und: "Wir löschen sie wieder."

Ein Video vom Klangparcours gibt es unter mehr.bz/klangparcours zu sehen, ein Fotoalbum unter http://mehr.bz/slowup19.