Bruderschaft

Der Altweiler "Schwanen" gehört nun zur Chaîne des Rôtisseurs

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Fr, 18. Oktober 2019 um 17:57 Uhr

Weil am Rhein

Küchenchef Stefan Ritter setzt mit seinem Traditionsgasthaus eine Weiler Ära fort, die mit dem benachbarten "Adler" ihren Anfang genommen hatte. Das ist Anerkennung und Verpflichtung zugleich.

Der Name Chaîne des Rôtisseurs war den Weiler Liebhabern guten Essens früher schon geläufig, da über viele Jahre der Altweiler Adler der Bruderschaft angehörte. Dann aber ging diese Ära zu Ende. Seit wenigen Tagen wird sie nun wenige Meter entfernt fortgesetzt. Die weltumspannende Organisation hat den Weiler Schwanen-Wirt Stefan Ritter in ihre Reihen aufgenommen.

Für den jungen Mann ist das mit seinen 28 Jahren eine schöne Anerkennung, zugleich aber auch Verpflichtung, da die Besucher seines Hauses nun mit der am Eingang des Schwanen prangenden Plakette auch gewisse Erwartungen an die Qualität der Küche verbinden werden. Dass Stefan Ritter diese erfüllen kann, dafür hat er in den vergangenen Jahren seiner Ausbildung gute Grundlagen gelegt. Seine Kochlehre absolvierte Ritter im Sterne-Lokal "Chez Martin" von Werner Martin im solothurnischen Flüh, danach war er im Schlosshotel Friedrichsruh bei Boris Benecke in Zweiflingen, das ebenfalls einen Stern hat. Schließlich schlossen sich im jahreszeitlichen Wechsel Stationen im "Palace" in Gstaad und im "Castello del Sole" in Ascona im Tessin an, ehe er im Winter 2014 schließlich in den elterlichen Betrieb in Altweil eintrat und zwei Jahre später formal auch die Leitung des Traditionsgasthauses übernahm und sich Vater Hansi und Mutter Carmen in die zweite Reihe zurückzogen.

Besuche von geheimen Testessern

Die Mitgliedschaft in der Confrérie de la Chaîne des Rôtisseurs, so der volle Name der Brüderschaft, ist sowohl für Gastronomen und Nicht-Gastronomen möglich. Bei den Gastronomen freilich reicht es nicht, den Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. Sie müssen unter Beweis stellen, dass sie den Ansprüchen der gehobenen Küche auch genügen.

Testesser besuchten im Geheimen deshalb den Schwanen, nachdem Stefan Ritter von zwei Mitgliedern zur Aufnahme vorgeschlagen worden war. Im Sommer schaute dann sogar eine zehnköpfige Delegation vorbei, zunächst ebenfalls inkognito, die sich dann aber als Abordnung der Bruderschaft zu erkennen gab und dem Schwanen-Wirt die Aufnahmeurkunde und die Baillage, eine Schärpe, die den Rang des Mitgliedes symbolisiert, überreichten.

Die Zunft der Gänseröster wurde 1248 gegründet

Zu den Pflichten Ritters wird es fortan nicht nur gehören, die anspruchsvolle Kochkunst hochzuhalten, sondern auch die Mitglieder der Chaîne jährlich zu einem Essen einzuladen, bei dem wohlgemerkt nichts aufgetischt werden darf, was sich ohnehin auf der Karte des Schwanen findet. Besondere Anstrengungen sind also erforderlich, wenn die Mitbrüder voraussichtlich im Spätsommer kommenden Jahres in Altweil auftauchen.

Die Chaîne des Rôtisseurs wurde übrigens schon 1248 als Zunft der Gänseröster in Paris gegründet, geriet aber nach der Französischen Revolution in Vergessenheit. Die Neugründung erfolgte dann erst 1950. Heute hat die Bruderschaft weltweit mehr als 24 000 Mitglieder.