Malerei trifft auf Keramik-Kunst

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 09. Oktober 2020

Kleines Wiesental

Im Kulturhaus Ried zeigen Malerin Monika Albrecht und Töpfer Frank Hedtke bis Mitte Oktober eine gemeinsame Ausstellung.

. "Wundertüten" säumen den Weg ins Kulturhuus in Raich-Ried, wo die Malerin Monika Albrecht und der Töpfer Frank Hedtke gemeinsam ausstellen. Welche keramischen Überraschungen in den Tüten stecken, bleibt ein Geheimnis für die Besucher. "Ornament trifft Struktur" nennen die beiden Künstler ihre Doppelschau mit Bildern und Keramikobjekten im Kulturhuus.

Monika Albrecht aus Schopfheim steuert motivisch vielfältige Malerei sowie einige figürliche Skulpturen bei. Darunter sind zwei Paare, die Körper von Mann und Frau wie miteinander verschmelzen. Zuerst in Wachsmodellen, dann in Stein und Betonguss hat Monika Albrecht diese Darstellungen geschaffen. Von einer Tänzerin aus einem Tanztheater von Pina Bausch inspiriert ist die anmutige kleine Frauenbüste. Das Frauenbildnis an der Wand hat Albrecht nach einer Vorlage gemalt. Es zeigt eine junge Frau im weißen Kleid auf einem Stuhl, die sich träumerisch ins Haar greift. Feinfühlig hat die Malerin die Ausstrahlung der Sitzenden eingefangen. Wandbeherrschend ist eine Arbeit aus 16 Quadraten auf Leinwand, in denen Albrecht in einem Farbton und mit minimalistischen Mitteln "Schöpfungslandschaften" variiert hat.

Im ganzen Raum sind auf großen Tischen keramische Schalen, Vasen, Kannen und Teller präsentiert, einladend und herbstlich dekoriert mit Kastanien und Blättern. Die Gefäße werden von dem Töpfer Frank Hedtke in Zusammenarbeit mit Monika Albrecht gestaltet. "Das geht Hand in Hand", erklärt er. Hedtke arbeitet seit 40 Jahren im Töpferbereich, hat eine Ausbildung in der Herstellung bäuerlicher Irdenware durchlaufen, in Werkstätten zwischen Rügen und München gearbeitet und ist dann in Raich-Ried heimisch geworden. Der Gefäßkeramik ist er treu geblieben und er hat "noch genauso viel Spaß an der Drehscheibe wie früher". Die vorherrschende Palette in den Gefäßen sind naturnahe Braun-Beige- oder Grau-Töne. Für die Verzierungen wird gefärbter Schlicker eingesetzt.

Im anregenden Miteinander von Keramik, Malerei und Skulptur ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild. Nachdem wegen Corona der Schneeglöckchenmarkt und das Brauchtumsfest in Ried ausfallen mussten, bietet diese sehenswerte, unter den geltenden Schutzmaßnahmen stattfindende Doppelausstellung für die beiden Künstler ein willkommenes Podium für ihre Werke.

Info: Die Ausstellung im Kulturhaus Ried ist bis 17. Oktober täglich montags bis freitags von 14 bis 18, samstags von 11 bis 18, sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.