Abstimmung

Malsburg-Marzell verweigert Zustimmung zum Raumkonzept Kandertal

Rolf-Dieter Kannmacher

Von Rolf-Dieter Kannmacher

Di, 27. April 2021 um 15:55 Uhr

Malsburg-Marzell

Der Gemeinderat Malsburg-Marzell sieht in dem Raumkonzept Kandertal keine Vorteile, sondern nur Nachteile für die Entwicklung der Gemeinde. Nur der Bürgermeister spricht sich dafür aus.

Wie schon nach den Stellungnahmen in der vorangegangen Sitzung zu erwarten war, erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dem Raumkonzepts Kandertal 2040 eine einhellige Abfuhr.

Lediglich Bürgermeister Mario Singer zeigte sich bei den Gegenstimmen aller acht anwesenden weiteren Ratsmitglieder als "einsamer Rufer in der Wüste" und sprach sich für die Umsetzung aus. Es sei wichtig, dass im Konzept die Landschaft im Oberen Kandertal als wertvoll und erhaltungswürdig beurteilt werde, so Singer, die Erholungsfunktion betont und auch der Gemeinde das Recht auf "moderates Wachstum" eingeräumt werde. Weiter betonte er, das vorliegende Konzept gebe lediglich "die Richtung vor", und habe keine rechtliche Bindung.

Bürgermeister hat Verständnis

Letztlich hatte Singer aber auch Verständnis für den Unmut seiner Ratsmitglieder. So sagte Hanspeter Osswald, er finde im Konzept nichts, was der Berggemeinde Vorteile bringe. Im Gegenteil befürchtete Dierk Kilchling durch das "Leuchtturmprojekt" noch mehr Probleme bei individuellen Bauvorhaben. Man brauche Einzelfalllösungen für siedlungswillige junge Menschen, die auch bereit zur Landschaftspflege und damit zum Erhalt der Erholungslandschaft seien. Auf viel Müll auf den Weiden als Nachteil der "erlebbaren Schwarzwaldidylle" mit Tagesausflüglern machte Dierk Kilchling aufmerksam, die Wertschätzung gerade auch für landschaftspflegerisches Wirken komme zu wenig zum Ausdruck.

Bedauert wurde allgemein, dass in Corona-Zeiten die Möglichkeiten zur Mitwirkung an der Entwicklung des Konzepts erschwert oder sogar unmöglich gemacht wurde. Wenig oder keine Vorteile für das Obere Kandertal erwartet man sich auch von der Umsetzung des Raumkonzepts.

Keine Zustimmung gab es auch zu dem angesichts des eindeutigen Stimmungsbilds im Ratsrund von Bürgermeister Singer eingebrachten Vertagungsvorschlag, da man mehrheitlich keine Möglichkeiten zur Nachbesserung sah.