Autobombe

Malta ordnet Untersuchung zum Mord an Journalistin an

dpa

Von dpa

Sa, 21. September 2019 um 18:14 Uhr

Panorama

Die regierungskritische Bloggerin wurde im 2017 mit ihrem Auto in die Luft gesprengt. Drei Männer stehen deshalb vor Gericht – mit einer Aufarbeitung hat die Regierung lange auf sich warten lassen.

Knapp zwei Jahre nach dem tödlichen Bombenanschlag auf die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia hat die Regierung eine Untersuchung angeordnet, ob das Verbrechen hätte verhindert werden können. Regierungschef Joseph Muscat habe die Untersuchungskommission unter Leitung eines Richters angewiesen, binnen neun Monaten einen Bericht vorzulegen, teilte die Regierung des Inselstaates im Mittelmeer am Freitagabend mit.

Die regierungskritische Bloggerin war am 16. Oktober 2017 unweit ihres Hauses in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Drei Männer müssen sich deswegen vor Gericht verantworten. Viele Fragen zu den Hintermännern sind aber noch offen.

Keine Meinungsfreiheit ohne Schutz von Journalisten

Mit der Einsetzung der Untersuchungskommission kam Muscat einer entsprechenden Aufforderung des Europarates nach. Die Staatenorganisation mit Sitz in Straßburg kümmert sich um Schutz und Einhaltung der Menschenrechte. Sie hatte Malta eine Frist bis zum 26. September gesetzt. Die Generalsekretärin der Organisation, Marija Pejcinovic Buric, begrüßte den Schritt Maltas, wie Sprecher Daniel Höltgen am Samstag via Twitter mitteilte. Meinungsfreiheit könne nicht ohne Schutz für Journalisten gewährleistet werden.

Die Untersuchung solle vor allem klären, ob der Staat seinen Verpflichtungen nachgekommen sei, an Leib und Leben gefährdete Personen wie etwa Journalisten durch vorbeugende Maßnahmen zu schützen, hieß es in der Erklärung der Regierung.