Schneckensaison

MARKTPLATZ 11: Lieber Kaffee als Bier

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Sa, 07. Mai 2022

Sexau

Hellseherinnen – nicht Journalisten! – lesen ja angeblich gerne aus dem Kaffeesatz. Ob die Prognosen wirklich zutreffen, erweist sich viel später – oder eben nicht. Selbst bei Harry Potter war der Grimm, der im Unterrichtsfach Wahrsagen auf dem Tassenboden auftauchte, nicht so ganz korrekt. Eines aber wird sich ganz gewiss schon in den nächsten Tagen erweisen, nämlich, ob der Kaffeesatz die Zukunft der Schneckenplage im heimischen Garten maßgeblich beeinflusst. Nachdem im nassen Vorjahr sowieso alle Strategien gegen die schleimigen Nackten im Garten scheiterten, soll dieses Jahr aktiver gegengesteuert werden. Aber halbwegs tierfreundlich, also nicht mit Salz oder heißem Wasser, und nicht mit der chemischen Keule. Die Vorarbeiten begannen schon beim Umgraben im Herbst. Hat aber nur bedingt viel gebracht, denn offenbar sind Schneckeneier besser versteckt als Schokoladeneier vom Osterhasen. Nächster Versuch ist Kaffeesatz rund um die zarten Pflänzchen. Der fällt ja ohnehin an. Nicht wundern, wenn nun also mancherorts eine Kaffeewolke über dem Beet hängt! Auf jeden Fall besser als eine Bierfahne, wenn den Schnecken damit ein Ableben im Delirium verpasst werden soll – was nicht nett ist. Auch wenn ihr Ende dann genauso vorbestimmt ist, wie wenn sie von Tigerschnegel, Igel und Co. gefressen werden. Immerhin dann kein sinnloser Tod.