Marode Sportstätten sollen saniert werden

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Von dpa

Di, 11. Februar 2020

Sportpolitik

Der Bund will wieder einen Goldenen Plan auflegen / Werden 31 Milliarden Euro gebraucht?.

BERLIN (dpa). Duschen mit kargem Wasserstrahl, marode Toiletten, muffige Kabinen, bröckelnder Putz an Hallen mit undichten Dächern und veralteten Einrichtungen: Dieser Zustand deutscher Sportstätten soll sich ändern. Vom kommenden Jahr an soll ein Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm gestartet werden, um heruntergekommene Sportanlagen zu sanieren, zu modernisieren oder neu zu bauen.

"Nach meinen Informationen werden entsprechende Mittel in den Haushaltsplanentwurf für 2021 von Minister Horst Seehofer eingesetzt", sagte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag. Anfang Dezember 2019 hatte die SPD-Politikerin bei dem für Sport zuständigen Bundesinnenminister um dieses Großprojekt geworben, obwohl es nicht im Koalitionsvertrag vorgesehen ist. "Wenn sich im Verlauf der Wahlperiode Notwendigkeiten ergeben, kann man ja zu einer Neubewertung einer Sachlage kommen, ohne dabei das Gesicht zu verlieren", meinte Freitag. Beim CSU-Minister Seehofer kam die Idee so gut an, dass er schon bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds am 7. Dezember ankündigte, einen dritten "Goldenen Plan" auflegen zu wollen. Bereits in den 1960er Jahren und nach dem Mauerfall in den 1990ern waren zwei initiiert worden, zunächst für West- und später für Ostdeutschland. "Nur mit erstklassigen Sportstätten können wir auch den Breitensport und den Spitzensport weiterhin als tragendes Element unserer Gesellschaft halten", sagte Seehofer. Wohlwissend, dass für Bau und Sanierung von Anlagen für den Breitensport die Bundesländer und Kommunen zuständig sind.

"Ich bin davon überzeugt, dass wir in einer Zeit leben, in der die Menschen nicht hören wollen, wer zuständig ist, sondern wer für unbestritten vorhandene Probleme Lösungen anbietet", meinte Freitag. In Deutschland gebe es einen Investitionsstau, der über Straßen und Brücken hinaus gehe. "Sportstätten sind, wenn man von denen für Schulen absieht, eine freiwillige Aufgabe von Kommunen. Und wenn Geld fehlt, wird oftmals hier zuerst gespart", erklärte sie. Der Deutsche Olympische Sportbund beziffert den Sanierungs- und Modernisierungsbedarf bei den rund 231 000 Sportstätten im Land aktuell auf mindestens 31 Milliarden Euro.