Mehr konkrete Beschlüsse gewünscht

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 16. Mai 2022

Denzlingen

BZ-SERIE:Hans-Jörg Wössner wundert sich über langwierige Entscheidungsprozesse in Denzlingen.

(BZ). Vor drei Jahren fand die Kommunalwahl statt. Damals legten die Wähler fest, wer sie für die nächsten fünf Jahre im Gemeinderat vertreten wird. Zur Halbzeit der Legislaturperiode hat die Breisgau-Redaktion bei den neu ins Gremium Gewählten nachgefragt, welche Erwartungen sie hatten und ob diese erfüllt worden sind. Heute: Hans-Jörg Wössner aus Denzlingen.

"Es ist nicht immer alles nur goldig", sagt Hans-Jörg Wössner. Seine Erwartungen an die Gemeinderatsarbeit hätten sich nur teilweise erfüllt, sagt der Polizeibeamte, der vor drei Jahren für die Freien Wähler ins Gremium gewählt wurde. Zu Beginn der Legislaturperiode habe er sich in einige komplexe Themenbereiche einarbeiten müssen, die seit Jahren den Rat und die Verwaltung beschäftigten. "Das war nicht ganz einfach und langwierig." Bis er zum Beispiel in die Materie rund um die geplanten Wohngebiete Unterm Heidach und Käpplematten eingestiegen sei, habe es einige Zeit gedauert.

Auch habe er sich mehr Gestaltungsmöglichkeiten und öfter konkrete Beschlüsse gewünscht oder vorgestellt. "Wirklich etwas im Einzelnen bewegen lässt sich doch eher selten", so Wössner. "Ich war nach meiner Wahl doch überrascht, wie lange es teilweise dauert, bis aus einer Vorlage der Verwaltung oder aus Vorschlägen der Fraktionen und der Diskussion im Rat etwas Konkretes wird."

Alles in allem sei die Ausübung des Mandats zeitintensiv. Schließlich sei Denzlingen eine große Gemeinde, in der sich viel bewege. "Das braucht halt seine Zeit. Das war mir so nicht bewusst." Zu den Fraktionssitzungen kämen noch die Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen, und manche dauerten "übermäßig lang". Zudem höre er sich gerne die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger an, so dass er mindestens 15 Stunden im Monat für die Ratsarbeit aufbringe.

Erfreulich sei, dass es im Rat einen "fairen und kollegialen Umgang" gebe. Manchmal überschneide sich sein Mandat mit meiner beruflichen Tätigkeit, was aber kein Hindernis darstelle, sondern meist eher ein Vorteil war. Ob er in zwei Jahren noch einmal kandidieren werde, hänge stark von seiner familiären und beruflichen Zukunft ab. Bis dahin stünden aber zunächst wichtige Projekte an, die der Rat auf den Weg bringen müsse.