Meilensteine einer langen Laufbahn als Sängerin

Georg Voß

Von Georg Voß

Mo, 09. März 2020

Emmendingen

Angela Mink begeistert mit ihrem Überraschungskonzert.

EMMENDINGEN. Gut 100 begeisterte Besucher füllen am Freitagabend beim Überraschungskonzert der Sängerin und mehrfachen Chorleiterin Angela Mink den Schlosskeller. Angela Mink wollte an diesem Abend Meilensteine ihrer langen Musiklaufbahn mit Jazz, Pop, Gospel und Musical setzen. Das ist ihr mit Bravour gelungen. Mit Tobias Rädle an den Keyboards, Ralf Tonding am Saxophon, Querflöte und Gitarre, Markus Lechner am Kontrabass und Schlagzeuger Alex Ziemann hatte sie gestandene Musiker an ihrer Seite, die ihrer stimmlichen Tiefe und Ausdruckskraft die nötige klangliche Grundlage und Wärme boten.

Darüber hinaus zeigte sich Angela Mink sichtlich gerührt vom vollbesetzten Keller. Unter den Zuhörern saßen natürlich zahlreiche Sängerinnen und Sänger ihrer Chöre, die mit einem großen Teil des Repertoires ihrer Chorleiterin bekannt waren. So war eben auch Mitsingen angesagt. Und das rundete das sehr gute Konzert nahezu perfekt ab.

Angela Mink nahm ihr Publikum mit auf eine Reise durch verschiedene Musikstile, was schließlich ihrer rund 40 Jahre währenden Präsenz als Musikerin und Sängerin entsprach. Die Reise begann mit dem Bluessong "Route 66", der 1946 von Bobby Troup geschrieben wurde und unter anderem auch von den Rolling Stones gecovert wurde. Angela Mink und ihre Mitmusiker boten hingegen eine jazzig-swingende Nummer, gespickt mit zahlreichen Solis. Bei der folgenden Ballade "Both Sides Now" aus der Feder der US-amerikanische Folksängerin Jon Mitchell entfaltete sich Angela Minks Stimme. Eindrucksvoll auch das Stück "Fever" von Eddie Cooley und John Davenport in einer groovenden und treibenden Version, lediglich begleitet vom Kontrabassisten Markus Lechner und einem akzentuierten Schlagzeugspiel von Alex Ziemann. Für Angela Mink bildet dieses Lied auch ein "gefährliches Unterfangen", sagte sie in ihrer Ankündigung. Auch ohne Corona sei es schon warm.

Mit der Jazzballade "Nature Boy" unterstrich Angela Mink ihre gesangliche Ausdrucksfähigkeit im Jazzgesang und näherte sich damit eines ihrer großen Vorbilder, der Sängerin und Pianistin Sarah Vaughan, die bereits im Jahr 1948 "Nature Boy" veröffentlichte. Noch vor der Pause interpretierte Mink mit einfühlsamer und souliger Stimme "Sweet Love" von Anita Baker.

Nach der Pause entfaltete Angela Mink eine andere Seite ihres musikalischen Schaffens. Ausschließlich in Begleitung von Thomas Rädle am E-Piano sang sie "Kauf Dir einen bunten Luftballon" und anschließend mit viel Eleganz in der Stimme "Wart’s nur ab" − die deutsche Version von "Just You Wait" aus dem Musical "My fair Lady".

Aber Angela Mink und ihre ausgezeichnet aufgelegten Mitmusiker sind nicht nur in der Welt des Jazz, des Soul und des Musicals zu Hause. Der Blues gehört untrennbar dazu. So gab es reichlich Applaus für die Version von "Miss Selie’s Blues (Sister)" aus der Feder von Quincy Jones, das er für den Spielberg-Film "Die Farbe Lila" komponiert hatte. Ralf Tonding am Saxophon und Thomas Rädle steuerten auch hier ihre hörenswerten Solis bei.

Angela Mink ist schließlich auch in der Welt der Gospel beheimatet. Mit ihrer kraftvollen Stimme interpretierte sie "The Almighty God" aus der Spätphase von Duke Ellington. Mit "Oh Happy Day" bewegte sich Angela Mink ins Publikum und wurde von ihm begleitet.

Zum Abschluss des Überraschungskonzerts gab es nochmal eindrucksvollen Gesang in "The Wayfaring Stranger" von Johnny Cash, allerdings in der Version von Eva Cassidy.

Das Publikum bedankte sich mit reichlich Applaus und bekam als Zugabe zunächst das einfühlsame "Die Nacht aus Glas" von Anne Haigis. Mit "I will survive", dem Disco-Hit von Gloria Gaynor, folgte nochmal ein zum Tanzen einladendes Highlight, ehe erneut mit "Route 66" der musikalische Kreis bei diesem Konzert geschlossen wurde. Der Abend machte jedenfalls Lust auf mehr − auch wenn es diese Formation nur bei diesem einen Konzert gab.