UNTERM STRICH: Der Mond lebt!

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 10. August 2019

Kolumnen (Sonstige)

Seit April könnten Lebewesen auf dem Erdtrabanten existieren / Von Michael Saurer.

Dass es außerirdisches Leben gibt, wissen wir spätestens seit E.T. und Alf. Die waren auch noch umgänglich. Andere Extraterrestrier sind weniger sympathisch, nicht zuletzt, weil sie gern Dinge tun, die unserem Wertekodex zuwiderlaufen. Etwa die Erde zerstören. Oder sich in menschlichen Körpern einnisten und sich dann nach draußen fressen. Alles nichts, was eine Gesprächsgrundlage wäre, säße man nebeneinander auf einer Feier.

"Nur Science-Fiction", mögen Skeptiker einwerfen und darauf verweisen, dass es keinen Nachweis dafür gebe, dass dort draußen irgendeine Form des Lebens existiere. Doch das ist wohl falsch. Dass es Leben auch auf Himmelskörpern jenseits des unsrigen gibt, ist relativ wahrscheinlich. Zumindest seit April dieses Jahres. In diesem Monat zerschellte nämlich eine israelische Sonde, die eigentlich sanft auf dem Mond landen sollte, auf ebendiesem.

Von der Sonde ist nichts mehr übrig – aber es gibt eine gute Chance, dass ein Teil der Fracht den Aufprall überlebt hat. An Bord befanden sich nämlich Behälter mit sogenannten Bärtierchen. Das sind knuffig ausschauende Kleinstlebewesen mit kleinen Stummelbeinchen und einem etwas tapsigen Gang. Trotz ihrer Größe von maximal einem Millimeter sind sie erstaunlich robust und könnten selbst unter widrigen Bedingungen, wie sie auf dem Mond herrschen, überleben.

Im eigenen Kopfkino tapsen bereits Heerscharen von Bärtierchen durch die Mondkrater und feiern – völlig ungestört und frei von Fressfeinden – eine Party nach der anderen. Doch soweit ist es nicht. Die Tierchen wurden vor dem Flug getrocknet und damit in den sogenannten Ruhezustand versetzt. Es müsste also jemand mit der Gießkanne da hoch gehen und sie wieder aufquellen lassen.

Immerhin ist es ein beruhigender Gedanke: Sollte einmal nichts mehr von der Erde und ihrem Leben übrig sein, dann wären immer noch die Bärtierchen da oben und könnten von unserer früheren
Welt verkünden – den Alien mit der Gießkanne vorausgesetzt.