UNTERM STRICH: Ein Klimaschützer namens Trump

Niklas Arnegger

Von Niklas Arnegger

Di, 19. November 2019

Kolumnen (Sonstige)

Ein Koch aus der Pfalz versucht den US-Präsidenten zu bekehren / Von Niklas Arnegger.

In und um Kallstadt/Pfalz leben etliche Menschen mit dem Nachnamen Trump. Vermutlich müssen die sich allerlei mehr weniger witzige Bemerkungen über ihren ehrbaren Nachnamen anhören. Wäre Frederick Trump 1885 nicht in die USA ausgewandert, sein Enkel Donald säße heute nicht im Weißen Haus, sondern vielleicht für die AfD im Bundeskanzleramt. Das ist uns erspart geblieben, wofür wir Frederick dankbar sind. Jetzt haben halt die Amis den Salat, äh, den Donald.

Vom Weißen Haus aus twittert er dieses und jenes und dann wieder das Gegenteil. Den Klimawandel zum Beispiel erklärte der US-Präsident schon mal für Schwindel und einen Witz und für eine Erfindung der Chinesen. Und den Chinesen ist ja alles zuzutrauen.

Ein entfernter Verwandter von Trump, Donald, ist Sven Trump. Sven ist 39 Jahre alt und Koch. Die Klimaschutzorganisation myclimate berichtet, Sven sei ein engagierter Klimaschützer. Er versuche, seinen Verwandten in Washington davon zu überzeugen, dass es den Klimawandel tatsächlich gibt. Selbstverständlich per Instagram und Facebook, weil Donald andere Quellen außer Fox News für unseriös hält. Die Aktivisten von myclimate wissen selbstverständlich, dass D. Trump "Expertenmeinungen, Fakten und Wissenschaft" zu ignorieren pflegt. "Aber vielleicht hört er (Donald, d. Red.) auf einen echten Trump (Sven, d. Red.)?" Denn "auch ein Trump muss Verantwortung für sein Handeln übernehmen". Das wolle man nun herausfinden, und mit einer "Kampagne mit Trump (Sven, d. Red.) beweisen, dass jeder das Klima schützen kann und auch sollte". Da wird Donald bestimmt richtig nachdenklich werden.

Nun ist die Hoffnung "der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens" (Friedrich Nietzsche). Und dieser Regenbogen stirbt bekanntlich zuletzt. Doch selbst wenn es myclimate nicht gelingen sollte, Fredericks Enkel zu erreichen, so haben die Aktivisten immerhin eines erreicht: Sie stehen in der Zeitung.