UNTERM STRICH: Neues zum Thema Paarschlaf

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Di, 30. Juni 2020

Kolumnen (Sonstige)

Miteinander die Nacht im Bett zu verbringen, kann gesund sein / Von Alexander Dick.

Wenn Beata und Matthäus (die Namen haben wir natürlich geändert) uns für ein paar Tage besuchen, läuft das immer nach dem gleichen Muster ab. Die erste Nacht verbringen sie im Doppelbett unseres Gästezimmers. Am nächsten Morgen ist Beata gereizt, sagt, sie habe kaum schlafen können, weil Matthäus wieder ganze Amazonas-Wälder abgesägt habe. Nachts darauf zieht sie in ein anderes Zimmer um, und in den folgenden Tagen sind beide glücklich und ausgeschlafen.

So. Und jetzt sind die deutsch-dänischen Forscher vom Universitätsklinikum Kiel an der Reihe, die behaupten, dass der gemeinsame Schlaf mit dem Partner einen Schub für die geistige Gesundheit und die kreativen Fähigkeiten bringen kann. Das hätten sie in einer Studie mit zwölf jungen und gesunden Paaren herausgefunden, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Vier Nächte verbrachten die 24 Damen und Herren "in einem Schlaflabor und schliefen teils allein, teils mit Partner oder Partnerin", so die dpa. Ergebnis: Im Paarschlaf sei es zu mehr Körperbewegungen gekommen.

Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen, weil es angeblich nichts Neues für Schlafforscher ist. Die Konsequenz daraus aber sei ein besserer und längerer Traumschlaf gewesen. Und zwar vor allem dann, wenn Paare eine intensive Beziehung unterhielten: "Dann werde der Schlaf besser synchronisiert." Jetzt könnte man leichtfertig daraus folgern, dass das einen Rückschluss auf die Beziehung unseres eingangs genannten Amazonas-Holzfällers und seiner Frau zulasse.

Aber wie immer im Leben sind die Dinge oft nicht so, wie sie scheinen. Denn Forschungsleiter Henning J. Drews ist noch längst nicht am Ende seiner Untersuchungen angelangt. Viele Fragen seien noch unbeantwortet. Etwa ob die Effekte bei jungen und alten Paaren dieselben seien? Oder was im Krankheitsfalle sei? Oder wenn einer der Partner schnarche? Sollte es sein, dass die Ergebnisse dann anders ausfielen? Wir haben beschlossen, Dr. Drews mal zu uns einzuladen.