UNTERM STRICH: Wenn die Erfahrung fehlt...

Karl-Heinz Fesenmeier

Von Karl-Heinz Fesenmeier

Fr, 15. März 2019

Kolumnen (Sonstige)

Wie Harry Macklowe von seiner neuen Liebe kündet / Von Karl-Heinz Fesenmeier.

Der Mensch hat bei Licht betrachtet von sich selbst eigentlich total wenig Ahnung. Kein Wunder, denn ihm fehlt bei ganz vielen Dingen die Erfahrung, weil er sie halt selber höchstselten erlebt. Heiraten zum Beispiel. Oder sich scheiden lassen. Aber dafür gibt’s ja das Internet. Dort findet man sogar Antworten auf Fragen, die man nie gestellt hätte. Und natürlich gibt es da auch Anleitungen wie "So beenden Sie eine Beziehung richtig".

Wir haben auf der Homepage von Men’s Health mal nachgeschaut, ob der US-Immobilienmogul Harry Macklowe als Mann so alles richtig gemacht hat. Mit seiner Neuen und gegenüber seiner Ex, mit der er mehr als 50 Jahre verheiratet war, zuletzt allerdings bei der Scheidung wohl heftig in den Haaren lag. Spektakulär ist es in jedem Fall, was er da in Manhattan an seine Hütte gehängt hat. So nach dem Motto "Ehen werden im Himmel geschlossen" schien ihm der zweithöchste Wolkenkratzer in New York ein guter Ort zu sein, um alle Welt auf seine neue Liaison aufmerksam zu machen. Auf Riesenpostern lächeln er, der 81-jährige Immobilienhengst, und sie, die frisch angetraute 66-jährige Patricia Landeau, dem Fußvolk unten auf der Straße zu. Macklowe ist begeistert von seinem Einfall: "Meine Frau sieht wunderschön aus und ich liebe das Foto von mir." High-Society-Kenner sehen in den beiden zwölf mal sieben Meter großen Porträts allerdings eine Provokation gegenüber seiner Verflossenen – zumal diese eigentlich in das Gebäude einziehen wollte. So jedenfalls sah es ein Deal vor, den die beiden bei der Scheidung unlängst ausgehandelt haben. Allerdings weiß man ja von Donald Trump, auch so ein Immobilientycoon, was man von solchen Deals zu halten hat.

Und was sagt der Ratgeber von Men’s Health dazu? Klar: Geht gar nicht. So kann man mit der Ex nicht umgehen. Doch woher sollte Harry Macklowe das wissen? Ihm fehlte einfach die Erfahrung. Einem Gerhard Schröder oder Boris Becker wäre das nicht passiert. Nun ja, sie haben auch keinen Wolkenkratzer in Manhattan.