VON HERZEN: Nagende Eifersucht

Martina Philipp

Von Martina Philipp

Sa, 17. Oktober 2020

Kolumnen (Sonstige)

Auch wenn das nicht immer leicht auseinanderzuhalten ist, gibt es ja die leider begründete und die letztlich unbegründete Eifersucht. Wenn man von sich selbst weiß, dass man per se ein eifersüchtiger Mensch ist, rät die Therapeutin Dorothea Fritsch von der Freiburger Psychosozialen Beratungsstelle in Familienkrisen, das wenn möglich auszulagern: "Dieses Gefühl hat meistens viel mit früheren Beziehungs- oder gar Kindheitserfahrungen zu tun." Sprich: Das Grundvertrauen, so geliebt zu werden, wie man ist, fehlt. Am besten arbeite man das nicht am Partner ab, sondern bei einem Therapeuten. Partnern von eifersüchtigen Menschen, die bei jedem Blick misstrauisch werden, rät die Psychologin wiederum, nicht endlos die eigene Unschuld zu beteuern. Eher sollten sie den Ball zurückspielen und den Partner bitten oder auch auffordern, diesem quälenden Gefühl auf den Grund zu gehen.

Gibt es tatsächlich Verdachtsmomente, neigen viele Menschen laut Dorothea Fritsch schnell zum Schnüffeln, was die Sache nicht immer besser mache. "Finde ich nichts, bleibe ich trotzdem misstrauisch; finde ich etwas, muss ich den anderen damit konfrontieren." Ihrer Erfahrung nach ist es besser, so etwas schnell und "durch die Vordertür" anzusprechen. Im Nachhinein kränke nämlich das Angelogen-Werden am meisten.