Masern

Schnellschuss eines Profilierungssüchtigen

Elisabeth Keller

Von Elisabeth Keller (Freiburg)

Mi, 15. Mai 2019

Leserbriefe

Zu: "Wer nicht impft, soll zahlen", Beitrag von Bernhard Walker (Politik, 6. Mai)

Geht es um das Wohl des Bürgers oder um den Schnellschuss eines Profilierungssüchtigen? Sollen damit die Versäumnisse der Vergangenheit auf unserem Rücken kaschiert werden? Wegen zwei Prozentpunkten (die zu den 95 Prozent fehlen) und circa drei Prozent Impfgegnern will Herr Spahn (CDU) ein Gesetz erlassen, das uns nicht nur vorschreibt, was wir zu tun haben, sondern, wenn wir nicht spuren, geht es auch noch an unseren Geldbeutel. Vom Verwaltungsaufwand gar nicht zu reden.

Den Eindruck zu verbreiten, dass Impfgegner und Vergesslichkeit für die zweite Impfung zur Epidemie führen, birgt größeren Kollateralschaden. Des Weiteren sollte Herrn Spahn bewusst sein: Zwang führt dazu, dass zwar die Impfungen gegen Masern unter anderem wegen der drohenden Strafe durchgeführt werden, aber ansonsten andere wichtige und lebensnotwendige Impfungen boykottiert werden.

Müssen dann die Erwachsenen, die nicht geimpft sind von der Arbeit oder vom öffentlichen Leben fernbleiben, wenn schon die nicht geimpften Kinder den Kindergarten nicht betreten dürfen? Wie wird mit Schülern verfahren, die nicht geimpft sind, da doch Schulpflicht besteht? Wieso gibt es kein Angebot für Impfungen an Schulen und Kindergärten? Ist es nicht besser, durch gezielte Information für jeden Haushalt über Masern et cetera aufzuklären? Es ist sicher richtig zu handeln, aber bitte mit und für den Bürger und nicht durch Aufoktroyieren der Masernimpfung. Elisabeth Keller, Freiburg