Heizen

Unverständliche Beschränkungen der Ölheizungen

Gerhard Krafft

Von Gerhard Krafft (Müllheim)

Fr, 14. Februar 2020

Leserbriefe

Zu: "Eine aussterbende Spezies", Beitrag von Dora Schöls (Wirtschaft, 1. Februar)
Das Klimapaket der Bundesregierung soll zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele beitragen. Zu diesem Zweck werden die Möglichkeiten, nach 2026 eine Ölheizung ins eigene Zuhause einzubauen, erheblich eingeschränkt.

Dass wir in Deutschland mehr für den Klimaschutz tun müssen, steht außer Frage. Doch die Beschränkungen gegenüber Ölheizungen sind insofern unverständlich, als dass Gasheizungen, die ebenfalls fossile Energieträger verheizen, nicht beschränkt werden. Diese Ungleichbehandlung ist nicht nachvollziehbar – zumal im ländlichen Raum nicht für jeden die Möglichkeit besteht, sich an das Gas- oder Fernwärmenetz anschließen zu lassen. Dann bleibt nur das Heizen mit Holz oder eine strombetriebene Wärmepumpe. Investitionen in diese komplett neuen Heizsysteme sind sehr viel teurer und in Bestandsgebäuden meist sehr aufwändig zu installieren. Nicht jeder hat die finanziellen Mittel zur freien Verfügung – staatliche Förderung hin oder her.

Bei der energiepolitischen Debatte um die Ölheizung wird vergessen, dass es mit E-Fuels klimaneutrale, flüssige Energieträger gibt, die bestens als Heizölersatz geeignet sind. Sie lassen sich im heimischen Heizöltank auch als Beimischung speichern und können in der bestehenden Brennwertheizung verfeuert werden, sodass der Umstieg auf E-Fuels nach und nach erfolgen kann. Es zeigt sich, dass die einseitige Einschränkung der Ölheizung im Klimapakt vorschnell ist und viel Potenzial der Ölheizung, klimaneutraler zu werden, hierdurch verloren geht. Bei der Wahl des Energieträgers muss es für Hausbesitzer nach wie vor die Möglichkeit geben, mit einem flüssigen, nicht leitungsgebundenen Energieträger zu heizen und sich damit Flexibilität zu erhalten. Gerhard Krafft, Müllheim