Fleischindustrie

Verbesserungen sind nicht ohne Veränderungen zu erreichen

Gerhard Rieger

Von Gerhard Rieger (Schopfheim)

Di, 30. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: Karikatur zu Schlachthofproblematik, Zeichnung von Heiko Sakurai (Politik, 23. Juni)

Die aktuelle Diskussion über Massentierhaltung und Megaschlachtbetriebe mit ihren Folgen für Mensch, Tier und Umwelt möchte ich mit einer Anregung bereichern. Das Problem sollte von der Wurzel her angegangen werden. Wenn man die Mindestfläche für die Tierhaltung verzehnfachen würde, würden manche Probleme gelöst werden: Das Tierwohl könnte gesteigert werden durch tiergerechtere Haltung; die Umweltbelastung zum Beispiel durch Nitratverseuchung der Böden und des Grundwassers verringert werden; auch die Waldvernichtung durch landwirtschaftliche Futterpflanzenerzeugung würde verringert. Der Preis von Schnitzel und Grillwurst würde steigen.

Wir müssen erkennen, dass Verbesserungen auf der einen Seite nicht ohne Veränderungen an anderer Stelle zu erreichen sind. Sonst bleibt – vielleicht von kleinen Korrekturen abgesehen – alles beim Alten. Wenn wir nicht bereit sind, einen (vertretbaren) Verzicht zu üben, sollten wir dies klar sagen. Man könnte durch deutliche Geschwindigkeitsbeschränkungen für eine Spritkostenreduzierung sorgen, dann könnte man so etwas mehr für sein geliebtes Fleisch ausgeben. Gerhard Rieger, Schopfheim