Corona-Impfung

Vernünftig, mehrere Eisen im Feuer zu haben

Johannes König (Weil am Rhein)

Von Johannes König (Weil am Rhein)

Do, 14. Januar 2021

Leserbriefe

Zu: "Aufs falsche Pferd gesetzt", Tagesspiegel von Michael Saurer (Politik, 2. Januar)

Es war doch mitnichten klar, dass die mRNA-Impfstoffe so gut dastehen würden. Die "klinische Studie mit sensationeller Wirksamkeit" von Biontech, die Herr Saurer erwähnt, kam erst Anfang November, daraufhin bestellte die EU nur Tage danach. Davor war alles mehr oder weniger Spekulation. In der Situation hat die EU vernünftigerweise das Risiko gestreut, sprich mehrere Eisen im Feuer gehabt. Das ist genau das, was ein vorsichtiger Akteur tun muss. Er ist dafür verantwortlich, dass überhaupt ein Impfstoff früh verfügbar ist; das hätte auch einer der anderen Kandidaten sein können.

Und angesichts der Impfstoffknappheit gilt: Bis die gesamte EU-Bevölkerung geimpft ist, werden wir vielleicht noch dankbar sein für alle anderen Kandidaten, die ja auch noch hinzukommen werden. Wir werden vielleicht noch alle brauchen und dankbar sein für jeden Vertrag, den die EU geschlossen hat. Darum muss auch Astra Zeneca kein "falsches Pferd" sein. Stellen Sie sich doch den Gegenfall vor: Deutschland hätte ohne Bestätigung der Wirksamkeit auf Verdacht früh und viel, womöglich auch alleine ohne Abstimmung mit der EU, bei Biontech Pfizer bestellt und dieser mRNA-Impfstoff hätte sich dann – aus welchen Gründen auch immer – als schädlich herausgestellt.

Johannes König, Weil am Rhein