Förderung

Millionenzuschuss für die Sternenberghalle Friesenheim

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 03. März 2021 um 14:24 Uhr

Friesenheim

Der Haushaltsausschuss des Bundes gewährt 1,4 Millionen Euro an Fördergeld für die Sanierung der Sternenberghalle in Friesenheim. Im November könnten die Arbeiten beginnen.

Die Kostenschätzung für die Sanierung der Heiz-, Lüftungs- und Brandschutzanlage inklusive Bau eines Aufzuges beläuft sich laut Gemeinde Friesenheim auf rund 3,7 Millionen Euro. Die Fördermittel aus dem Bundesprogramm betragen 45 Prozent der Sanierungskosten. Zusammen mit den 500 000 Euro Fördermitteln aus dem Landesprogramm Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) erhält die Gemeinde Friesenheim also rund 1,9 Millionen Euro an Zuschüssen für das Projekt.

"Für die Gemeinde Friesenheim ist die Zusage der Bundesmittel gemeinsam mit den ELR-Landesmitteln ein phänomenaler Erfolg", freute sich Bürgermeister Erik Weide. Ohne neue Kredite sei die Sanierung allerdings nicht zu realisieren, so Weide zur BZ. "Aber ich bin sicher, dass wir das stemmen können." In der mittelfristigen Finanzplanung sei die Sanierung der Sternenberghalle eingeplant.

Der Bauablauf steht bereits in groben Zügen

Für 2021 sind 1,6 Millionen Euro, für 2022 zwei Millionen Euro angesetzt. Die technischen Planungen seien bereits fertig, nun gehe es an die Planung des Bauablaufs, der bereits grob stehe und an Detailabstimmungen. Im November sollen die ersten Aufträge vergeben werden, dann könnte auch die Baustelle an der Halle eingerichtet werden.

Freude auch bei den politischen Akteuren. So etwa beim Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner (SPD): "Ich freue mich riesig, dass es in vielen Gesprächen doch noch gelungen ist, die Haushaltspolitiker der Koalition zu überzeugen, dem Zuschuss für die Sternenberghalle zuzustimmen." Fechner zufolge ist es Martin Gerster (SPD), dem stellvertretenden Vorsitzenden des Haushaltsausschusses zu verdanken, dass der Zuschuss fließen kann. "Er hat den Zuschuss im Ausschuss durchgeboxt", so Fechner.

Die Abgeordneten Marion Gentges und Peter Weiß (beide CDU) gratulierten nach dem Friesenheimer Bürgermeister Erik Weide. "Wir freuen uns mit allen Friesenheimerinnen und Friesenheimern, dass die Sanierung der Sternenberghalle jetzt bald beginnen kann", erklärten Gentges und Weiß in einer Pressemitteilung.

Die Gemeinde Friesenheim plant umfassende Sanierungsarbeiten an der Sternenberghalle. Zunächst müssen die Heiz-, Lüftungs- und Brandschutzanlagen modernisiert werden. Insbesondere die neue Lüftungsanlage erfordert aufgrund ihrer Dimension einen Neubau, der im angrenzenden Hanggelände unterirdisch errichtet wird. Die Dachflächen werden als begehbares Flachdach ausgeführt, sodass sie als Freilufterweiterung der bestehenden Sport-/Mehrzweckräume zur Verfügung stehen. Im Zuge der Sanierungsarbeiten soll in der Halle auch Barrierefreiheit erreicht werden. Ein Aufzug soll im Eingangsbereich gebaut werden und ermöglichen, barrierefrei vom Erdgeschoss in die Veranstaltungsbereiche des Obergeschosses zu gelangen.

Mehr als 1000 Anträge auf 600 Millionen Euro

Der 2010 installierte Gas-Brennwertkessel und die drei Blockheizkraftwerke schaffen es einer Bestandsanalyse zufolge nicht mehr, ausreichend Leistung zur Verfügung zu stellen. Die Folge: Die Halle kühlte vor allem im Winter aus.

Zwei Lüftungen versorgen bislang noch den großen und den kleinen Saal sowie die Mehrzwecksäle. Beide Anlagen sind laut Analyse in einem technisch schlechten Zustand. Sie haben große technische Defizite und damit ein sehr hohes Ausfallrisiko. Zwar wurde in die zweite Anlage für die Mehrzwecksäle ein Wärmerückgewinnungssystem eingebaut, das sei aber schon seit Jahren defekt und nicht mehr reparierbar.

Für die 600 Millionen Euro, die der Bund an Fördergeldern zu vergeben hatte, waren mehr als 1000 Anträge eingegangen. Die Sternenberghalle war bei der Vorprüfung als "besonders förderwürdig" eingestuft worden.