Schwarzwaldverein Reichenbach

Die Wanderer erlebten ein missglücktes Wildcamping und aufgeschreckte Kühe

Karl Kovacs

Von Karl Kovacs

Mo, 26. August 2019 um 10:26 Uhr

Lahr

Die Alpenüberquerer des Schwarzwaldvereins Reichenbach berichten exklusiv in der Badischen Zeitung von ihrer 12-tägigen Tour. Wanderführer Helmut Schlitter musste abbrechen.

Mitte August ist Helmut Schlitter, der Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Reichenbach, mit fünf Wanderinnen und Wanderern zu einer Alpenüberquerung von Thusis nach Tirano aufgebrochen. Die Gruppe übernachtet im Zelt oder auf Campingplätzen. Helmut Schlitter, der zwischenzeitlich aus medizinischen Gründen ausgestiegen ist, und Schwiegersohn Adam Schlitter berichten über die Etappen der zwölftägigen Tour.

"Nach durchwachsenem Wetter mit viel Regen und Blitzen sind wir mittlerweile im Engadin angekommen. Hier sind die Temperaturen viel angenehmer. Allerdings ist ein Wanderer ausgestiegen und hat die Heimreise mit der Bahn angetreten. Er ist eher der Einzelgänger, das hat er auf der Tour gemerkt.

Der Donnerstag war unser Wildcamping-Tag. Allerdings hatten wir Pech: Zufällig kam ein Ranger vorbei und wir mussten weiter. Ich hatte aber einen Plan B. 150 bis 200 Höhenmeter weiter fragten wir in einer Alm nach einem Schlafplatz. Der Bauer zeigte uns einen wunderschönen See, an dem wir campen konnten. Das war herrlich.

Ein heftiges Erlebnis hatten wir auch. Ausgerechnet auf der Strecke zur Lenzerheide fand eine Mountainbike-Rallye statt. Die Kühe, die dort grasten, waren natürlich verwirrt. Das ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn auf der einen Seite 20 Kühe sind und von der anderen Seite Mountainbiker mit vollem Karacho den Berg runterschießen. Aber alles ging gut, niemandem ist etwas passiert.

Eine große Herausforderung war der Albulapass, mit 2315 Metern der höchste Punkt der Tour. Insgesamt schafften wir an dem Tag 21 Kilometer. Besonders schwierig wurde der Abstieg: Da ging’s 800 Meter bergab. Nach dem Abstieg kehrten wir im Campingplatz Muragl ein – die Hälfte der Strecke war geschafft. Einige machten noch einen Abstecher nach St. Moritz zum Bummeln und Shoppen."

Am Samstag entschied Helmut Schlitter nach Absprache mit seinem Schwiegersohn Adam, dem Gruppenarzt, nicht mehr mitzuwandern. Er bleibt den Wanderern als Berater erhalten.

Adam Schlitter berichtet fortan über die Tour. "Den Samstag verbrachten wir auf dem Campingplatz Morteratsch. Es war unser Ruhetag. Am Sonntag ging ein Teil der Gruppe zur Gletscherzunge, um zu sehen, wie die Gletscher der Alpen abschmelzen. Der andere Teil der Gruppe hat sich die Diavolezza Bergstation angeschaut. Am Montag geht es weiter über den Berninapass, der ist aber nicht so heftig wie der Albulapass."