Mit Effizienz gegen das Frust-Erlebnis

dpa

Von dpa

Fr, 30. Juli 2021

Olympische Spiele

Deutschlands Handballer müssen wohl Norwegen besiegen, sonst droht schon Weltmeister Dänemark.

Das Frust-Erlebnis gegen Rekord-Weltmeister Frankreich (29:30) raubte den deutschen Handballern vor dem nächsten olympischen Topduell mit dem EM-Dritten Norwegen fast den Schlaf. "Nicht so viel" sei es gewesen, berichtete Rückraumspieler Steffen Weinhold am Donnerstag mit müder Stimme.

Gegen die Norweger um ihren Star Sander Sagosen vom deutschen Rekordmeister THW Kiel soll an diesem Freitag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) endlich der ersehnte Sieg gegen einen Großen des Welt-Handballs gelingen. "Von Beginn an" müsse man "voll da sein", forderte Bundestrainer Alfred Gislason. Verliert die DHB-Auswahl, kommt es am Sonntag gegen Brasilien zum Gruppen-Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale, in dem bei einem Erfolg wohl Weltmeister und Olympiasieger Dänemark warten würde. Das wollen Gislason und seine Schützlinge vermeiden. Nicht nur Weinhold weiß: "Wir müssen endlich mal die Cleverness haben, solche Spiele zu gewinnen. Wir müssen in engen Phasen flexibler und natürlich von Anfang an bereit sein."

Gegen Norwegen muss vor allem Sagosen gestoppt werden, Herz und Hirn der Skandinavier. Einer der "weltbesten" Handballer, "wenn nicht sogar der beste", lobte Weinhold seinen Kieler Teamkollegen. Man müsse ihn "unter Druck setzen, dann macht auch er Fehler". Auch Gislason weiß um die Qualität des Ausnahmespielers, er sei "der Star dieser Mannschaft", mahnte jedoch, die Norweger seien "insgesamt stark besetzt".

An das bisher letzte Duell haben Kapitän Uwe Gensheimer & Co. keine guten Erinnerungen. Im WM-Halbfinale 2019 (25:31) war der deutsche Gold-Traum brutal geplatzt. Diese Rechnung soll in Tokio beglichen werden. "Wir müssen nicht die Mittel ändern, wir spielen ja guten Handball. Wir müssen nur unsere Möglichkeiten besser nutzen", betonte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Ein Sieg wäre vor allem für die Köpfe der Spieler wichtig. Denn die Zweifel nehmen zu, ob sie in engen Spielen gegen Top-Teams bestehen können. Er hoffe, dass "der Knoten platzt. Wir brauchen auf jeden Fall noch einen Sieg zum Weiterkommen", so Spielmacher Philipp Weber. Kreisläufer Hendrik Pekeler befand: "Irgendwann wird es schon klappen."