Cornelia Lanz

Die neue Lahrer Kulturamtsleiterin brennt mit ganzem Herzen für die Kultur

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 25. November 2020 um 07:00 Uhr

Lahr

Lahr hat eine neue Kulturamtsleiterin: Cornelia Lanz hat zum 1. November die Nachfolge von Gottfried Berger angetreten. Der langjährige Kulturamtsleiter wird sie noch bis Ende Dezember unterstützen.

Auf die Frage, wie sie sich mit einem Satz selbst beschreiben würde, antwortet Cornelia Lanz in der Pressemitteilung der Stadt Lahr: "Ich bin Künstlerin, Lehrerin und Veranstalterin und ich brenne mit ganzem Herzen für die Kultur." Ihr weiter Kulturbegriff reiche dabei von Bach bis Blaskapellen, von Kandinsky bis Kinderzeichnungen und von Goethe bis Garfield. Die 39-Jährige wuchs in Biberach an der Riss auf. "Meine Jugend war kulturell reich und glücklich und vermittelte mir Werte, nach denen ich heute noch lebe", erzählt sie. "Daraus entstand die maßgebliche Motivation für die Kulturamtsleitung: Kultur, die mir gegeben wurde, in einer Stadt, die ich überblicke und wo ich mich zuhause fühle, allen zugänglich zu machen und aktiv zu gestalten."

"Ich bin Künstlerin, Lehrerin und Veranstalterin und ich brenne mit ganzem Herzen für die Kultur."

Die neue Kulturamtsleiterin studierte Anglistik, Schulmusik und Gesang an der Universität und Musikhochschule Stuttgart, Amerikanistik und Regie an der Columbia University New York und Gesang an der Manhattan School of Music. Während ihres Referendariats am Gymnasium in Kornwestheim leitete sie Chöre, gab Workshops an Universitäten und startete ihre Gesangslaufbahn mit zahlreichen Kirchenmusikkonzerten.
Kulturelle Soforthilfe

Für die Corona-Pandemie sind von der Stadt mit Unterstützung und der Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg/Ortenau zwei Projekte entstanden:
Künstler-Tandem Lahr: Bei dem Projekt sind ab sofort Firmen und Privatpersonen dazu aufgerufen, regionale Künstler zu unterstützen – zum Beispiel, indem sie ganz persönliche Kunstwerke erwerben oder individuelle Auftritte für die Zeit nach Corona buchen. Künstler, Unterstützer und Interessierte können sich ab sofort beim Kulturbüro unter E-Mail kultour@lahr.de und Tel. 07821 / 950210 melden.
"We live": Mit der Rockwerkstatt und dem Punchline Studio wird eine zweite Staffel des Online-Musikfestivals "WeLive" aufgenommen.

Ihre professionelle Karriere als Mezzosopranistin bestritt sie mit Engagements an der Staatsoper Stuttgart, an den Landestheatern Thüringen und Schleswig-Holstein sowie in zahlreichen Konzerten, unter anderen in den Philharmonien München und Berlin, in der Tonhalle Zürich, im Dubai Arts Theater oder in der Chinaoper in Peking. "Diese vielfältigen internationalen Erfahrungen möchte ich gerne in Lahr einbringen", sagt Lanz über ihr neues Aufgabenspektrum.

"Musik verbindet Menschen jenseits von Sprache und Religion."

Im Jahr 2014 gründete die 39-Jährige den gemeinnützigen Verein "Zuflucht Kultur" (heute "Zukunft Kultur") mit dem Ziel, Völkerverständigung und Frieden durch Kultur zu vermitteln. Das Ergebnis waren 300 Auftritte und sieben große Opern an über 70 Orten zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, mit jeweils etwa 150 Akteure, darunter vielen Geflüchteten. Die Arbeit mit ihrem Verein prägt ihre interkulturelle Vision für Lahr: "Musik verbindet Menschen jenseits von Sprache und Religion."

"Ich bin sehr glücklich, das Erbe Gottfried Bergers zu übernehmen, mit hohen Abonnentenzahlen und einem liebevoll gestalteten Programm", lobt Lanz in dem Pressebericht ihren Vorgänger. Sie will die etablierten Programmpunkte mit regem Publikumsinteresse beibehalten und weiterführen. Die verheiratete Mutter eines Sohnes sieht sich nach eigenen Angaben als Moderatorin, Mentorin, Vernetzerin und kulturbegeisterte Motivatorin. Neben der Leitung des Kulturamts und der Gestaltung des Kulturprogramms gehören das Stadtmuseum und das Stadtarchiv zu ihrem Amt. In der Tonofenfabrik und im Kulturamt soll eine Denkfabrik entstehen, in der zwischen Kultur, Wirtschaft und Politik ein offener Dialog zur kulturellen Zukunft geführt wird.

"Ich bin sehr glücklich, das Erbe Gottfried Bergers zu übernehmen, mit hohen Abonnentenzahlen und einem liebevoll gestalteten Programm."

Die Schulen mit einzubeziehen, liegt Cornelia Lanz nach eigenen Worten besonders am Herzen. Ihr Ziel: Jeder Schüler soll mindestens einmal jährlich das Parktheater und das Stadtmuseum besuchen. Weitere Ideen sind zum Beispiel:
» Kultur auf Plätzen: Auf den öffentlichen Plätzen könnte nach dem "Supertalent Lahr gesucht" oder ein Musikfrühling mit Vereinen aus Lahr und den Partnerstädte gefeiert werden.
Lahr Kultur Plus: Künstler kommen nach Lahr und kooperieren mit Gruppen und Vereinen, teils im öffentlichen Raum: Sänger, die in Senioren- und Pflegeheimen singen, Orchester im Bund mit Ballettschulen, Profimusiker, die Workshops bei Musikschülern geben, oder Bands, die vor Konzerten im Schlachthof in der Stadt präsent sind.
Bürgerbühne: Laien werden bei diesem Projekt zu aktiven Darstellern: Alle sind eingeladen, Musical, Oper oder selbstgeschriebenes Theater mit Profis zu entwickeln und auf großer Bühne aufzuführen.