Radunfälle

Mit irreführenden Zahlen von Problemen ablenken

Julian Helfferich

Von Julian Helfferich (Freiburg)

Do, 15. Oktober 2020

Leserbriefe Freiburg

Die Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer in der Stadt und die steigende Zahl der Unfälle beschäftigt einen Leser ("Viel zu viele Rad-Unfälle", BZ vom 10. Oktober).
Es ist wirklich ein trauriger Spitzenplatz, den die Stadt Freiburg bei den Fahrradunfällen einnimmt. Und es stimmt nicht hoffnungsvoll, dass die Polizei mit irreführenden Zahlen weiter von den zentralen Problemen ablenken will.

Die Behauptung, die überwiegende Zahl der Radunfälle würde von Fahrradfahrern verursacht, passt zwar schön ins Klischee der wilden Radler, ist aber Humbug. Wenn zum Beispiel ein Radler bei nassem Laub wegrutscht, zählt die Polizei das als Fahrradunfall, der von einem Fahrradfahrer verursacht wurde.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Unfälle zwischen Pkw und Fahrrädern in mehr als 75 Prozent der Fälle von Autofahrern verursacht werden.

Lkw-Fahrer sind sogar bei mehr als 80 Prozent der Unfälle mit Fahrradfahrern die Hauptschuldigen. Und das sind die wirklich gefährlichen Unfälle, bei denen endlich etwas getan werden muss.

Julian Helfferich, Freiburg