Politikertreffen

Mit Sichtkontakt für eine neue Verbindung über den Rhein bei Weisweil

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Mo, 13. September 2021 um 10:30 Uhr

Weisweil

Politiker dies- und jenseits des Rheins, darunter die französische Ministerin Brigitte Klinkert, wollen eine neue Verbindung zwischen Weisweil und dem elsässischen Schönau schaffen.

Seit Juli 2020 sind die Bürgermeister zu beiden Seiten des Rheins dabei, um Unterstützung für ein gemeinsames Projekt zu werben. Wenn es nach ihnen geht, sollen Weisweil auf der einen Rheinseite und das gegenüberliegende Schönau auf der elsässischen Rheinseite bald wieder miteinander verbunden sein. Aktuell gibt es für das grenzüberschreitende Projekt eine kleine Broschüre, in deutsch oder in französisch zu haben.

Michel Butscha, Maire von Schönau, und Michael Baumann, Bürgermeister von Weisweil, trafen sich am Freitagvormittag mit Gästen am Rhein. Von deutscher Seite war ein bisschen Wahlkampf mit im Spiel: Der bisherige CDU-Abgeordnete Peter Weiß und der Kandidat für die Nachfolge, Yannick Bury, hatten einen prominenten französischen Gast dazu eingeladen. Brigitte Klinkert, delegierte Ministerin für Integration, nahm am Treffen teil, zusammen mit dem Abgeordneten Antoine Herth und dem Vertreter des Kantons Schlettstadt, Charles Sitzenstuhl. Weitere Teilnehmer kamen von "vnf": Das Staatsunternehmen ist für die französischen Wasserstraßen zuständig. Seine Vertreter setzten sich anschließend mit den Bürgermeistern zu einem Arbeitsgespräch im Weisweiler Rathaus zusammen.

Die alte Verbindung bis 1940 soll wieder her

Der Wunsch ist klar: Die alte Verbindung zwischen Weisweil und Schönau soll wieder her. Bis 1940 gab es eine Pontonbrücke über den Rhein, die regen Austausch von Menschen und Waren ermöglichte. Familiäre Verbindungen hielten sich, und Holz aus dem Schwarzwald war in manchem Schönauer Haus verbaut. Der Sichtkontakt ist geblieben und reicht – ein historisches Erbe der Vermessung – noch heute von Kirchturm zu Kirchturm. "Wir haben die Verbindung von Schönau nach Weisweil offen gehalten", sagte Maire Butscha zum Freihalten der Uferbepflanzung für den guten Blick hinüber.

Eine Verbindung über den Rhein hinweg könnte den Tourismus fördern und die Menschen wieder zusammenbringen. Zwei Möglichkeiten gibt es, einmal in Höhe der Staustufe, die andere direkt in der Sichtachse, und zwei Vorschläge für die Verbindung. Eine Brücke wäre schön, ist aber teuer und bräuchte einen langen Vorlauf. Eine Fähre sei ein "realistisches Ziel", sagte Weisweils Bürgermeister Michael Baumann. "Es wäre eine ganz einfache Verbindung", sagte Michel Butscha, denn Anleger sind auf beiden Seiten vorhanden. Die anwesenden Politiker sagten ihre Unterstützung für die Initiative der beiden Seiten zu.

Grenzüberschreitende Mobilität als Ziel

Grenzüberschreitende Mobilität sei ein Thema, das ihr sehr am Herzen liegen, sagte die französische Ministerin. "Europa lebt vor Ort, im alltäglichen Austausch", sagte Yannick Bury. Es wäre toll für das ganze Mittelelsass, stellte Charles Sitzenstuhl fest. Butscha steuerte bei, dass die Verbindung der beiden Gemeinden genau dort wäre, wo sich Vogesen und Schwarzwald am nächsten stehen.

Der künftige Weg steht fest: "Wir müssen die Bürokratie klären", sagte Michael Baumann. Ein erster Schritt erfolgte nach dem Treffen mit den Politikern in einem Arbeitsgespräch mit den anwesenden vnf-Vertretern. Weitere Verhandlungen sind vorgezeichnet: "Wir müssen in Paris, Strassbourg und Colmar arbeiten – es wird dauern", sagte Charles Sitzenstuhl.