Vermögensaufbau

Mitarbeiteraktien können ein lohnendes Investment sein

Rolf Obertreis

Von Rolf Obertreis

Di, 13. April 2021 um 18:26 Uhr

Wirtschaft

Eine Studie zeigt: Die Beteiligung am eigenen Arbeitgeber über Belegschaftsaktien kann lukrativ sein. Allerdings schrecken viele Arbeitnehmer davor zurück.

Rund 550 000 Beschäftigte von börsennotierten Aktiengesellschaften haben im vergangenen Jahr das Angebot ihrer Unternehmen genutzt, Aktien der Gesellschaft kostengünstig oder sogar gratis zu erwerben. Damit gibt es hierzulande insgesamt 1,3 Millionen Belegschaftsaktionäre.

Für sie sind die Anteile ein lohnendes Investment. 87 Prozent der Aktienpläne kommen über zehn Jahre im Schnitt auf eine jährliche Rendite von mindestens fünf Prozent, die Hälfte der Pläne sogar auf mehr als elf Prozent pro Jahr besagt eine Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI), des Bundesverbandes Mitarbeiterbeteiligung (AGP) und der Unternehmensberatung Hkp.

Viele Unternehmen gewähren ihren Beschäftigten Gratisaktien oder bieten Rabatte beim Kauf der Papiere an. Damit werde, so Norbert Kuhn vom DAI, das Risiko reduziert. Die Programme erzielen auch dann noch eine positive Rendite, wenn die Kursentwicklung der Aktien aufgrund von Krisen negativ ist. Die Studie belege, dass Mitarbeiterbeteiligungsprogramme eine sehr attraktive und sichere Möglichkeit für Arbeitnehmer seien, individuell Vermögen aufzubauen, sagt AGP-Geschäftsführer Heinrich Beyer.

Auch Geringverdiener nutzen Belegschaftsaktien

Die geplante Verdoppelung des steuerlichen Freibetrags (siehe Text links) sei ein erster Schritt, die Bedingungen weiter zu verbessern. Nach Ansicht von Hkp-Manager David Voggeser sind die 720 Euro aber viel zu wenig: "Im internationalen Vergleich ist das nach wie vor ein beschämend geringer Betrag." Auch DAI-Experte Kuhn sieht noch Potenzial für Belegschaftsaktien. Hierzulande scheuten selbst langjährige Beschäftigte noch immer davor zurück, Anteile an ihren eigenen Unternehmen zu erwerben, obwohl sie einschätzen können, wie das Unternehmen läuft. Andererseits zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Aon, dass Beteiligungsprogramme auch genutzt werden, wenn diese ein Unternehmen anbietet: "Rund drei Viertel aller Mitarbeiter greift zu, wenn Unternehmensanteile zum Beispiel in Form von Belegschaftsaktien angeboten werden." Das gelte auch für Geringverdiener.