Mitstreiter für Biotop-Pflege gesucht

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Do, 12. August 2021

Offenburg

Der Offenburger Ortsverband des BUND engagiert sich seit mehr als 30 Jahren durch ehrenamtliche Einsätze und politische Arbeit.

. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich die Ortsgruppe Offenburg des Bundes für Umwelt- und Naturschutz für mehr Ökologie in Offenburg. Der Ortsverband hat 300 Mitglieder, die ehrenamtliche Arbeit wird durch Spendeneinnahmen finanzieren. "Wir brauchen immer Leute die helfen – je mehr Leute, desto mehr Biotope können wir pflegen", wirbt Vorsitzender Norbert Litterst um Mitstreiter.

Die Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Offenburg gibt es seit Mai 1990. Gründer waren Hubert Laufer, Edith Jost, Fritz Bär, Ingrid Kopf und Norbert Litterst. Sie umfasst die Gemeinden Offenburg, Schutterwald, Durbach und Ortenberg. Aus Anlass ihres 30-jährigen Bestehens einen Jubiläumsbaum eingeweiht. Die gebietsheimische Winterlinde steht Ecke Zeller Straße/Hölderlinstraße. Sie wurde in Absprache mit der Stadt gewählt, weil sie klimaresistent ist und Wärme und Trockenheit eher vertragen kann. Der Baum ist etwa drei Jahre alt und wurde bereits zum Jubiläum am 12. Dezember 2020 gepflanzt. Wegen Corona musste die Einweihungsfeier für den Jubiläumsbaum verschoben werden und fand nun in kleinem Kreis vor einigen Tagen statt.

Für autofreie Innenstadt und Offenburger Nordspange

Vor 30 Jahren gab es bereits ein gesellschaftliches Interesse am Naturschutz. Giftmüll-Skandale, Waldsterben und Atomkraftwerke riefen Aktivisten auf den Plan, im Frühjahr sah man die freiwilligen Helfer Kröten sammeln, in Offenburg gab es bereits den Weltladen mit umweltfreundlichen Produkten.

Allerdings sei damals alles stark am Autoverkehr ausgerichtet gewesen, erinnerte Norbert Litterst, seit 1993 Vorsitzender der Ortsgruppe. Immerhin habe man dann angefangen Radwege in Offenburg zu bauen, und verkehrsberuhigte Zonen eingeführt. Zu den wichtigen Erfolgen der Arbeit der Ortsgruppe im Laufe der Jahre zählt Litterst das Naturschutzgebiet "Talebuckel", das anstatt eines geplanten Golfplatzes entstand. Auch dass man zugunsten des Landschaftschutzes auf ein Neubaugebiet " Auf dem Rain" in Zell-Weierbach verzichtet hat, kann sich der BUND mit auf die Fahnen schreiben. Ebenso, dass der zweiröhrige Güterzugtunnel kommt, denn die Stadt Offenburg wollte laut Litterst ursprünglich einen einröhrigen Tunnel mit oberirdischen Rettungswegen, die den Stadtwald zerschnitten hätten.

Ein Schwerpunkt der Arbeit der Ortsgruppe ist die praktische Naturschutzarbeit in Form von Biotoppflege, wie der Vorsitzende weiter ausführte. Dabei handelt es sich um eine von der Ortsgruppe angelegte Blumenwiese an der Badstraße und um zwei Flächen in Fessenbach-Albersbach. Eine der Albersbacher Flächen -– eine Streuobstwiese mit kleinem Waldbestand – wird durch die Gruppe jährlich gemäht. Das Gelände wurde ökologisch aufgewertet durch Vogel-und Fledermausnistkästen, sowie einen Wildbienenstand. Zusätzlich hat der BUND-Hochstamm-Obstbäume gepflanzt, einen Entwässerungsgraben entsiegelt und Laichgewässer angelegt. Auf der anderen Albersbacher Fläche wurde der Sahlesbach renaturiert, zuvor war er mit trapezförmig ausgelegten Granitsteinen eingefasst und somit in einem naturfernen Zustand. Die neu angelegten angrenzenden Feuchtwiesenflächen werden im naturschutzfachlichen Sinne gepflegt.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Stellungnahmen an die Stadtverwaltung zu Themen der Stadt-und Verkehrsentwicklung. "Wir wollen, dass die Leute statt des Individualverkehrs eher den öffentlichen Verkehr nutzen." Im Jahr 2019 wurden vor allem Vorschläge zur Planung der Landesgartenschau vorgelegt, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die ökologische Aufwertung der Kinzig gelegt wurde. Im Jahr 2020 stand die Verkehrsentwicklung im Fokus.

Gefordert wird eine autofreie Innenstadt, nur noch Bewohner und Lieferverkehr sollen einfahren dürfen. Vorgeschlagen wurde auch eine Umgehungsstraße zur Verkehrsberuhigung für die Nord-Weststadt, die die Moltkestraße mit der Englerstraße durch ein Brückenbauwerk über das Bahngelände verbindet und damit zu einer erheblichen Entlastung der Unionbrücke und der Nordweststadt beiträgt. Dies sei im Blick auf das neue Zentralklinikum beim Stadtteil Bühl besonders wichtig.

Weitere Infos unter http://www.bund-offenburg.de