Moskaus ungeliebte "Gastarbeitery"

Dietmar Ostermann

Von Dietmar Ostermann

Fr, 27. Dezember 2013

Ausland

Auf der Suche nach einem besseren Leben wandern Millionen Menschen vor allem aus Zentralasien nach Russland ein / Doch dort sind sie nicht überall willkommen.

Als die Polizei zu ihm nach Hause kam, war Abdusami Rachmonow gerade einkaufen. Nachbarn hatten ihn gewarnt: "Wir brauchen solche Leute wie Sie hier nicht." Irgendjemand muss dann die Miliz gerufen haben. Jeden Freitag rückt Moskaus Polizei mit einem Großaufgebot aus, um in der russischen Hauptstadt illegale Migranten aufzuspüren. Dann muss jeder, der schwarzes Haar und eine dunklere Hautfarbe hat, damit rechnen, auf der Straße, auf Märkten, in der Metro oder in seiner Wohnung kontrolliert zu werden.
Wer keine Aufenthaltsgenehmigung hat wie die junge Familie aus Rachmonows Heimat Usbekistan, die mit ihm in der kleinen Wohnung hauste, wird abgeholt. "Sie mussten alles da lassen", erzählt er. Hinter ihren Fenstern hätten russische Nachbarn zugeschaut, wie die Eltern mit ihren kleinen Kindern abgeführt wurden. Rachmonow hat danach gewartet, bis es dunkel wurde, ehe er nach Hause ging – obwohl seine Papiere in Ordnung sind.
Ende Oktober hat Moskaus Polizei die Operation "Signal" begonnen. Kurz zuvor hatten im Randbezirk Birjuljowo aufgebrachte Bürger und Nationalisten nach dem Mord an einem jungen Russen Jagd auf Kaukasier und Zentralasiaten gemacht. Die Krawalle alarmierten die Behörden und setzen ein Thema auf die politische Tagesordnung, mit dem Russland sich erkennbar schwer tut: Wie umgehen mit den Millionen Zuwanderern, die vor allem aus den ehemaligen Sowjetrepubliken ...

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