Motivation hoch halten

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Mi, 14. April 2021

Teningen

VEREINE UND CORONA: Der TuS Teningen hofft auf den Start des Trainingsbetriebs.

. Die Corona-Pandemie schränkt das öffentliche Leben ein. Davon sind auch die Vereine betroffen. Die Badische Zeitung fragt daher nach, wie die Vereine die vergangenen Monate erlebt haben und wie sie in die Zukunft schauen. Heute: Annette Ehrler von der Leichtathletikabteilung des TuS Teningen.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie aufs Vereinsleben?
Natürlich findet auch bei uns, nach einem kurzen Zwischenspiel in den vergangenen Sommermonaten, seit November kein Training mehr statt. Dementsprechend liegt alles ziemlich brach. Für die Sportlerinnen und Sportler heißt das, dass sie mit dem Training ziemlich hinterher hängen. Die Motivation hoch zu halten, ist ohne persönliche Treffen recht schwierig. Gerade bei den Schülerinnen und Schülern merkt man das, für die ist es schon sehr schwer, sich allein zu motivieren. Auch wenn spezielle Geräte benötigt werden, etwa beim Speerwerfen oder eigentlich in allen nicht-läuferischen Disziplinen, ist ein Training ohne direkte Anleitung kaum möglich und auch nicht sinnvoll. In der Leichtathletik haben wir aber von unseren rund 50 Athleten und Athletinnen noch keinen verloren. Aber letztlich können wir das erst beurteilen, wenn es wieder losgeht.

Wie hat der Verein auf die Einschränkungen reagiert?
Wir haben den Kontakt zu unseren Mitgliedern über die Whats-App-Gruppen gehalten, Trainingsvorschläge gemacht und zu Weihnachten Springseile verteilt. Im Prinzip haben wir unsere Mitglieder angeregt, allein zu trainieren, was anfangs gut funktioniert hat. Unsere neue Calisthenics-Anlage zu planen und anzuschaffen hängt aber nicht direkt mit der Pandemie zusammen. Wir hatten das im vergangenen Jahr als zusätzliches Trainingsangebot für das Kraft- und Aufbautraining geplant. Calisthenics empfiehlt ja auch der Sportbund, der uns im übrigen genauso wie die Gemeinde und der Gesamtverein auch finanziell unterstützt hat. Wir freuen uns, dass wir die Organisation und Umsetzung trotz Corona realisieren konnten. Die kleine Anlage besteht aus einer Sprossenwand, einem Reck und einem Barren, verbunden mit einer Leiter zum Hangeln. Hier kann mit dem eigenen Körpergewicht trainiert werden. Das ist ja nicht nur in den USA gerade ein starker Trend. Jetzt hoffen wir, dass das Gerüst bald in den Trainingseinheiten der Leichtathleten, aber auch in denen der anderen Abteilungen unseres Vereins verwendet werden kann.

Wie wird das Vereinsleben im TuS Teningen weitergehen?
Wir warten eigentlich nur darauf, dass die Infektionszahlen wieder sinken, damit wir wieder ins Stadion dürfen. Dann werden wir direkt mit dem Training starten. Jetzt im März und April beginnt ja normalerweise unsere Außensaison. Wettkämpfe werden im Sommer wahrscheinlich weniger stattfinden, eher kleinere Meetings, für die es ja auch noch aus dem vergangenen Jahr Konzepte gibt. Hier sind wir mit dem ganzen Kreis in Kontakt, da stehen viele in den Startlöchern. Mit Calisthenics möchten wir vielleicht auch einen Extra-Termin machen, wir haben Leute, die sich gut damit auskennen und eine Gruppe starten könnten. Das ist aber noch in der Planungsphase.

Zur Person: Annette Ehrler ist seit fünf Jahren Abteilungsleiterin Leichtathletik. Die 50-jährige pharmazeutisch-technische Assistentin lebt mit ihrer Familie in Teningen. Der Turn- und Sportverein Teningen besteht aus fünf Abteilungen und hat insgesamt rund 1000 Mitglieder.